Mitarbeiter von Spirit Aerosystems: Bekommt neuen Arbeitegeber.

ZuliefererSo teilen Boeing und Airbus Spirit Aerosystems unter sich auf

Jetzt ist es definitiv: Der amerikanische Luftfahrtzulieferer gibt seine Eigenständigkeit auf. Spirit Aerosystems geht in Boeing und Airbus auf. Einer der Hersteller bezahlt dafür Geld, der andere bekommt welches.

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Am Anfang stand der Zwischenfall vom 5. Januar. Bei einer Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines löste sich kurz nach dem Start ein Paneel aus dem Rumpf und sorgte für einen Druckabfall. Einige Passagiere wurden damals leicht verletzt. «Wir können von großem Glück reden, dass die Sache nicht noch tragischer ausgegangen ist», sagte die Chefin der amerikanischen Unfalluntersuchungsbehörde NTSB, Jennifer Homendy, damals.

Nach dem Vorfall kam Spirit Aerosystems vermehrt ins Visier der Luftfahrtbehörde der USA. Der Zulieferer stellt das Paneel - auch Stecktür genannt - her. Aber schon zuvor waren eklatante Mängel beim Unternehmen mit Sitz in Wichita bekannt geworden. Eine Prüfung der FAA hatte ergeben, dass in sieben von 13 getesteten Bereichen Mängel gefunden wurden. In 97 Fällen wurden die Vorschriften mutmaßlich nicht eingehalten, so die FAA.

Vollständig auf «dieselben Prioritäten, Anreize und Ergebnisse ausrichten»

Um die Qualitätsprobleme bei sich und bei Spirit Aerosystems in den Griff zu bekommen, entschied sich Boeing schon im Februar, das Unternehmen wieder zu integrieren, das man 2005 abgespaltet hatte. Jetzt wurden die Verhandlungen abgeschlossen, wie die beiden Unternehmen am Montag (1. Juli) bekannt gaben. Der amerikanische Flugzeugbauer übernimmt alle Bereiche, die Teile für seine Flieger herstellen. Sie sind für rund 60 Prozent des Umsatzes von Spirit Aerosystems verantwortlich.

«Wir glauben, dass dieser Deal im besten Interesse der fliegenden Öffentlichkeit, unserer Airline-Kunden, der Mitarbeitenden von Spirit und Boeing, unserer Aktionärinnen und Aktionäre und des Landes im Allgemeinen ist», kommentiert Boeing-Chef Dave Calhoun. Durch die Reintegration von Spirit Aerosystems könne man die Produktion und die Sicherheits- und Qualitätsmanagementsysteme sowie die Belegschaft vollständig auf «dieselben Prioritäten, Anreize und Ergebnisse ausrichten - mit dem Schwerpunkt auf Sicherheit und Qualität».

Von Boeing 767 bis Boeing 777X

Boeing zahlt für die Teile von Spirit Aerosystems 4,7 Milliarden Dollar, zahlt das aber in eigenen Aktien. Zugleich übernimmt der amerikanische Flugzeugbauer Schulden von 3,6 Milliarden. Die übernommenen Bereiche stellen unter anderem Rumpf, Triebwerkspylonen, Flügelvorderkanten, Schubumkehr und Triebwerksgondeln der Boeing 737 Max, die vordere Rumpfsektion der 767, die vordere Rumpfsektion, Triebwerksgondeln und Streben der 777X, den Rumpf, Flügelvorderkanten und Triebwerkspylonen für die 787 her.

Spirit Aerosystems produziert aber auch für Airbus. 22 Prozent des Umsatzes gehen auf das Konto des europäischen Herstellers. Auch er hat sich mit dem Unternehmen im Prinzip geeinigt, wie die beiden Unternehmen am Montag (1. Juli) mitteilten. Airbus übernimmt die Produktion von A350-Rumpfsektionen in Kinston im US-Bundesstaat North Carolina und im französischen St. Nazaire sowie von Flügeln und mittlerer Rumpfsektion des A220 in Belfast und Casablanca sowie von Pylonen des A220 in Wichita im US-Bundesstaat Kansas.

Einige Bereiche suchen noch Käufer

Airbus zahlt für alle Bereiche den symbolischen Betrag von einem Dollar. Zugleich bekommt der Konzern von Spirit Aerosystems eine Zahlung in Höhe von 559 Millionen Dollar, die allerdings bis zur endgültigen Vereinbarung noch angepasst werden kann.

Doch Spirit Aerosystems stellt auch Teile für Hubschrauber von Bell und Sikorsky, den Langstreckenbomber B-21 von Northrop Grumman und die Businessjets von Bombardier her. Man plane auch sie zu veräußern, so der Luftfahrtzulieferer. Ebenso will er neue Eigentümer für die Werke in Subang in Malaysia und Prestwick in Schottland finden, die für Airbus fertigen, und denjenigen Bereich in Belfast, der nicht an Airbus liefert.

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