Businessjet im Landeanflug: Die Frage nach dem Betreiber ist nicht unwichtig.

Unglück vor Costa RicaSind Privatflugzeuge absturzgefährdeter?

Gleich zwei deutsche Unternehmer sind kürzlich mit ihren Flugzeugen verunglückt. Mancher fragt sich nun: Sind Reisen in solchen Maschinen gefährlicher als mit Airlines?

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

An Bord der Unglücksmaschine befanden sich sechs Menschen: Der deutsche Unternehmer Rainer Schaller, seine Lebens­gefährtin, deren zwei Kinder, ein Mitarbeiter Schallers und ein Pilot. Am Freitag (21. Oktober) verschwand die aus dem mexikanischen Palenque kommende Piaggio P.180 vor Costa Rica vom Radar.

In den folgenden Tagen wurden Wrackteile des Geschäftsreiseflugzeuges und zwei Leichen im Meer gefunden. Warum der Flieger mit dem Kennzeichen D-IRSG kurz vor dem Ziel Limón abstürzte, ist unklar.

Privatflugzeuge absturzgefährdeter?

Im September war mit dem Kölner Peter Griesemann bereits ein anderer deutscher Unternehmer mit Familienmitgliedern tödlich verunglückt. Seine Cessna Citation überflog aus Spanien kommend das Ziel Köln und stürzte schließlich vor Lettland in die Ostsee.

Nach den beiden Unglücken erreichte aeroTELEGRAPH nun die Frage: Sind kleinere Privatflugzeuge absturzgefährdeter als große Passagiermaschinen von Fluggesellschaften?

Moderne Businessflieger sind nicht das Problem

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Es kommt nicht auf das Flugzeugmodell an. Flieger wie Piaggio P.180, Cessna Citation und andere moderne Businessflieger sind als Modelle von den Behörden ebenso geprüft und freigegeben wie große Flieger von Airbus, Boeing und Co.

Und auch bei den Maschinen von Fluglinien gilt es zu differenzieren. Denn es gibt Airlines mit besseren und solche mit schlechteren Sicherheitsbilanzen. Und die Länder, in denen die Unternehmen und Flugzeuge zugelassen sind, kontrollieren unterschiedlich streng.

Ein vorsichtiger Blick in die Statistik

All das vorweg gesagt, lohnt sich dennoch ein vorsichtiger Blick in die Statistik. Das National Transportation Safety Board NTSB, das für die Untersuchung von Flugunfällen in den USA zuständig ist, liefert dazu Zahlen für die Vereinigten Staaten.

Da 2020 und 2021 der Luftfahrtverkehr sehr durch die Pandemie beeinträchtigt war, werfen wir einen Blick auf das Jahr 2019. Damals gab es bei den amerikanischen Fluggesellschaften im Fracht- und Passagiergeschäft zwei Unfälle mit Todesopfern. Dabei kamen insgesamt vier Menschen um Leben. So kamen auf 100.000 Flugstunden 0,010 Unfälle mit Todesfolge.

Deutlich höhere Zahlen in der General Aviation

Anders sah es bei der sogenannten Allgemeinen Luftfahrt aus, der General Aviation. Darunter fallen beispielsweise privat oder von Firmen für die Chefetage betriebene Flieger, aber ebenso Freizeitflüge oder Kunstflug. In diesem großen Bereich kam es 2019 laut NTSB in den USA zu 233 Unfällen mit Todesopfern - 414 Menschen kamen dabei ums Leben. Gerechnet auf 100.000 Flugstunden ergeben sich 1,064 Unfälle mit Todesfolge.

Der Unterschied zur Bilanz der Airlines ist gravierend, und das auch in anderen Jahren. Allerdings fallen in den Bereich General Aviation eben auch sehr unterschiedliche Bereiche und Flugzeuge. Die Piaggio P.180 und die Cessna Citation sind hochtechnologische Flieger, aber in die Statistik fließen auch Leichtflugzeuge mit einem einzigen Antrieb ein.

Blick auf Crew und Wartung wichtig

Ein wichtiger Aspekt, der für die gesamte General Aviation gilt und einen großen Unterschied machen kann: Anforderungen und Vorschriften für die Allgemeine Luftfahrt sind weitaus weniger streng als für große kommerzielle Flugzeugbetreiber, etwa was Ausbildung und Einsatz der Pilotinnen und Piloten oder auch die Wartung der Flugzeuge angeht.

Bei großen Businesscharter-Unternehmen, an die höhere Anforderungen gestellt werden, ist die Chance hoch, dass deren Cessna Citation und Co. auf Topniveau gewartet sind und auch die Crews höchste Ansprüche erfüllen. Natürlich kann auch ein privater Besitzer, sei es eine Person oder ein Unternehmen, mit den entsprechenden finanziellen Mittel ein solches Niveau erreichen. Aber es kann auch ganz anders sein.

Mehr zum Thema

Wrackteile: Im Karibischen Meer gefunden.

Behörden von Costa Rica finden Wrackteile des deutschen Businessfliegers

Cessna Citation II am Himmel (Montage): Der Pilot meldete bald Druckprobleme.

Abgestürzte Cessna Citation hatte keine Blackbox

Ein Bild der schwedischen Küstenwache von der Suchaktion: Öl und kleine Trümmerteile wiesen die Spur zur Absturzstelle.

Wrack der Cessna liegt in 60 Meter tief in der Ostsee

P-180 Avanti Evo bei der Messe Ebace in Genf: Die Propeller des Piaggio-Fliegers zeigen nach hinten.

Lebenszeichen von Piaggio

Video

Der Start der Boeing 787 von Vietnam Airlines aus Passagiersicht: Deutlich über das Pistenende in München hinaus.
Neue Aufnahmen zeigen das ganze Ausmaß des Zwischenfalls mit einer Boeing 787 von Vietnam Airlines in München. Sie rollte beim Start rund 120 Meter über das Pistenende hinaus, bevor sie abhob. Auch deuten Berichte darauf hin, dass die Bremsen aktiviert waren.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Die Boeing 787 hebt in München ab: Viel Staub aufgewirbelt.
Ein Dreamliner ist beim Start in München ungewöhnlich spät abgehoben und hat dabei eine große Staubwolke aufgewirbelt. Die Boeing 787 von Vietnam Airlines flog danach Schleifen und kehrte zum Flughafen zurück. Sie steht noch immer neben der Piste.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Die Landung der saudischen Boeing 787 in Funchal: ungewöhnlicher Gast auf Madeira.
Langstreckenjets sind am Flughafen von Madeira seltene Gäste. Nun gab es eine Premiere: Eine Boeing 787 der saudischen Regierung landete in Funchal. An Bord sollen sich Mitglieder der Königsfamilie befunden haben.
Redaktion