Skizze des Mamamah Airport: Der Flughafen wird nicht gebaut.

Rückschlag für ChinaSierra Leone stoppt Bau des neuen Flughafens

Zu teuer und für die eigene Bevölkerung nutzlos: Die neue Regierung von Sierra Leone stoppt das Projekt eines neuen Flughafens bei Freetown.

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Anfang April hat der neue Präsident Julius Maada Bio in Sierra Leone die Macht übernommen. Jetzt macht er Ernst mit einem Versprechen aus dem Wahlkampf – und stoppt ein Prestigeprojekt seines Vorgängers Ernest Koroma. Wie das Verkehrsministerium des ehemaligen Bürgerkriegslandes in Westafrika bekannt gab, wird der von China betriebene Neubau eines neuen internationalen Flughafens gestoppt.

Die Kosten für den 55 Kilometer östlich der Hauptstadt Freetown gelegenen Mamamah International Airport hätten rund 318 Millionen US-Dollar betragen. Das entspricht 10 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Finanziert werden sollte der Flughafen mit einem Darlehen der China Exim Bank und realisiert vom Bauunternehmen China Railway Seventh Group.

Projekt hätte Verschuldung erhöht

Das Bauprojekt war unter anderem auch von der Weltbank kritisiert worden, weil es die Verschuldung des Landes weiter erhöht hätte. Trotz diesen Warnungen hatte Ex-Präsident Koroma den Kreditvertrag kurz vor den Neuwahlen im März unterzeichnet, welche seine Partei verlor. Im Wahlkampf ging der neue Präsident Julius Maada Bio mit dem Deal hart ins Gericht: «Die meisten chinesischen Infrastrukturprojekte in Sierra Leone sind eine Täuschung und bringen der Bevölkerung weder wirtschaftliche Vorteile noch Entwicklung».

Das Projekt sei wirtschaftlich nicht tragbar, begründete das Verkehrsministerium den Projektstopp. Außerdem sei der bestehende Flughafen der Hauptstadt Freetown, der Lungi International Airport, keineswegs ausgelastet. Die Regierung hat nun den Bau einer Brücke über den Sierra Leone River angekündigt. Damit soll die Anbindung an die Hauptstadt verbessert werden. Bisher mussten Passagiere den Weg mit Fähren zurücklegen.

Bau einer Brücke geplant

Das Außenministerium in Peking wies die Kritik zurück. China setze immer auf «gegenseitige Vorteile und eine Win-Win-Zusammenarbeit». Die Aufkündigung des Vorhabens bedeute nicht, dass es ein Problem im Verhältnis von China und Sierra Leone gebe. In den vergangenen 20 Jahren hat China seine Präsenz in Afrika verstärkt. Es ist in vielen Ländern der wichtigste Partner der Regierungen beim Ausbau der Infrastruktur. Seit 2009 ist China vor den USA der wichtigste Handelspartner Afrikas.

China wird immer wieder dafür kritisiert, dass von der großzügigen Finanzierung von Infrastrukturprojekten vor allem chinesische Unternehmen profitierten. Mit teilweise umstrittenen Verträgen sichere sich China im Gegenzug für großzügige Kredite langfristig den Zugang zu Ressourcen wie Öl oder Mineralien.

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