Wetterballon von Windborne: Sorgte für Schaden an der Boeing 737 Max von United.

Zwischenfall mit Boeing 737Es war wohl ein Wetterballon, der in die Cockpitscheibe des Jets von United Airlines knallte

Eine Boeing 737 Max von United Airlines musste in Salt Lake City außerplanmäßig landen, nachdem ihre Cockpitscheibe in großer Höhe zerborsten war. Zunächst galt Weltraumschrott als Ursache. Nun spricht vieles für einen anderen Grund.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Flug UA1093 war am 16. Oktober auf dem Weg von Denver nach Los Angeles, als die Boeing 737 Max 8 auf Reiseflughöhe plötzlich von etwas getroffen wurde. In rund elf Kilometern Höhe zersplitterte eine Schicht der Cockpitscheibe, Glas splitterte ins Cockpit, der Pilot von United Airlines verletzte sich leicht am Arm.

Die Crew entschied sich für eine Sicherheitslandung in Salt Lake City. Alle 134 Passagiere blieben unverletzt. Fotos zeigen die beschädigte Scheibe und Blutspuren in die Flugzeugkanzel des Jets von United Airlines. Ein ungewöhnliches Bild, denn Cockpitscheiben sind so konstruiert, dass sie selbst starken Aufprallen standhalten.

Rätsel um Schaden an der Boeing 737 Max wohl gelöst

Zunächst rätseltenFachleute, was das Flugzeug getroffen haben konnte. Vögel fliegen wenige so hoch, Drohnen erreichen diese Flughöhe ebenfalls kaum. Weltraumschrott schien die wahrscheinlichste Erklärung. Nun gibt es einen neuen Ansatz: Windborne Systems, die Langzeit-Wetterballons betreibt, teilte mit, dass einer ihrer Ballons das Flugzeug getroffen haben könnte.

Der Geschäftsführer der Firma ging ins Detail - und war auch selbstkritisch. Er gehe davon aus, dass es sich bei dem Objekt um einen Ballon seines Unternehmens gehandelt habe. Windborne Systems habe am späten Sonntagabend erstmals von dem Zwischenfall mit Flug UA1093 erfahren und sofort Nachforschungen angestellt.

Geringes Gewicht soll Schaden eindämmen

Windborne Systems betreibt ein Netzwerk besonders leichter Wetterballons, die über lange Zeit in großer Höhe unterwegs seien, um Daten für präzisere Wettervorhersagen zu sammeln, so Dean. Diese Informationen würden sowohl an Behörden in den USA als auch an internationale Organisationen weitergegeben. Seit der Gründung des Unternehmens bestehe eine enge Abstimmung mit der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA.

Das Unternehmen melde alle Flüge über das offizielle Notam-System und halte sich strikt an die Vorschriften der FAA für Wetterballons, einschließlich der vorgeschriebenen Gewichtsgrenzen. Diese Bestimmungen seien genau dafür gedacht, im Falle einer Kollision kein Risiko für Menschenleben entstehen zu lassen. Ein Windborne-Ballon wiegt maximal etwa 1,1 Kilogramm. Während des Fluges wirft er Ballast ab und wird dadurch immer leichter. Zum Vergleich: Eine durchschnittliche Kanadagans wiegt 8,5 Pfund.

Geschäftsführer von Windborne besorgt

Gleichzeitig zeigte sich Dean besorgt über die Schäden am Cockpitfenster der Boeing. Es sei beunruhigend, dass die Windschutzscheibe von innen gesplittert sei. «Das ist für mich nicht akzeptabel – unabhängig davon, ob die Vorgaben eingehalten wurden», so Dean. Windborne arbeite nun mit Hochdruck daran, das Design seiner Ballons weiter zu verbessern.

Auch operativ habe man Anpassungen vorgenommen, so das Unternehmen in einer Mitteilung: «Unmittelbar nach dem Vorfall haben wir Änderungen umgesetzt, um die Zeit, die unsere Ballons in Höhen zwischen 30.000 und 40.000 Fuß verbringen, zu minimieren. Diese Anpassungen sind bereits in Kraft.» Zudem beschleunige man Pläne, mithilfe von Echtflugdaten eine autonome Ausweichfunktion zu entwickeln, auch dann, wenn sich Flugzeuge in ungewöhnlichen Flughöhen befinden.

Wir berichten, was in der Luftfahrt wirklich zählt – unabhängig, präzise, nah dran. Hinter jedem Artikel steht die Erfahrung erfahrener Luftfahrtjournalistinnen und -journalisten. Für den Preis von weniger als einem Getränk am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei und sichern unsere Unabhängigkeit. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-united-airlines

Wirbelschleppen? Vier Flugbegleitende auf Flug von United Airlines verletzt

ticker-united-airlines

United Airlines verteilt 3000 Hygienetaschen an Bedürftige in Frankfurt

ticker-united-airlines

United eröffnet neuen Terminalbereich mit 22 Gates in Houston

ticker-united-airlines

United Airlines weitet Vorbestellung von Mahlzeiten auf kürzere Flüge aus

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack