Eigentlich war alles nach Plan verlaufen. Nach einer Woche in Spanien verabschiedete König Felipe VI. den Papst am Flughafen Teneriffa Nord. Leo XIV. stieg in den Airbus A320 von Iberia, der ihn zurück nach Italien bringen sollte. Doch kurz vor dem Abflug trat ein technisches Problem auf. Nach Angaben des Vatikans handelte es sich um ein Problem an einem Triebwerk.
Medienberichten zufolge erklärte der Kapitän später, dass der Triebwerksstart möglicherweise wegen der starken Winde nicht erfolgreich gewesen sei. Eine schnelle Lösung war nicht möglich. Die Treppe wurde wieder an das Flugzeug gefahren, der Papst verließ den Airbus A320 und kehrte gemeinsam mit dem spanischen König in die VIP-Lounge zurück.
König Felipe stellte Flugzeug der spanischen Luftwaffe zur Verfügung
Schließlich sprang Felipe VI. ein. Er stellte Leo XIV. eine Falcon der spanischen Luftwaffe zur Verfügung, die normalerweise für die Reisen des Monarchen genutzt wird. Der Papst hob damit am frühen Abend doch noch Richtung Rom ab. Die mitreisenden Journalistinnen und Journalisten sowie weitere Mitglieder der Delegation mussten dagegen auf ein Ersatzflugzeug von Iberia warten, das eigens aus Madrid nach Teneriffa geschickt wurde.
Das Problem entstand auch, weil der Vatikan kein eigenes Regierungsflugzeug besitzt. Bei Auslandsreisen nutzt der Pontifex traditionell die Nationalairline Italiens. Zu Zeiten von Papst Franziskus war das zunächst Alitalia, später ITA Airways. Für Rückflüge oder Inlandsstrecken im Gastland kommt üblicherweise eine Fluggesellschaft des jeweiligen Landes zum Einsatz. Auf seiner Spanien-Reise flog Leo XIV. deshalb mit Iberia zwischen Madrid, Barcelona, Gran Canaria und Teneriffa.
Zuvor durfte der Papst im Cockpit von Iberia mitfliegen
Die oft verwendete Bezeichnung «Shepherd One» für Papst-Flüge ist übrigens inoffiziell. Der Begriff entstand in Anlehnung an die amerikanische Air Force One und wurde vor allem von US-Medien populär gemacht. Tatsächlich reist der Papst meist in ganz normalen Verkehrsflugzeugen. Er sitzt üblicherweise in der Business Class, umgeben von Beratern, Mitarbeitenden des Vatikans und Sicherheitskräften. Spezielle Umbauten gibt es heute kaum noch. Früher ließen Fluggesellschaften auf besonders langen Reisen sogar Betten für den Pontifex in ihre Flugzeuge einbauen. Heute genügt dafür die moderne Business Class.
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