Der Airbus A330 von Swiss nach der Evakuierung in Delhi: Es gibt erste Erkenntnisse.

LX147Startabbruch von Swiss in Delhi: Ermittler finden schwere Schäden im Triebwerk des Airbus A330

Mehr als einen Monat nach dem Startabbruch eines Airbus A330 von Swiss in Delhi liegt ein erster Untersuchungsbericht vor. Die indischen Ermittler bestätigen einen Triebwerksausfall während des Startlaufs und liefern neue Erkenntnisse zu den Schäden am Flugzeug.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Ein lauter Knall, Rauch am Flugzeug und eine Evakuierung auf der Piste: Der Startabbruch eines Airbus A330 von Swiss in Delhi sorgte Ende April für dramatische Szenen. Mehrere Passagiere und eine Flugbegleiterin wurden verletzt. Nun haben die indischen Ermittler einen ersten Zwischenbericht zu dem Vorfall veröffentlicht.

Gegen 1 Uhr nachts am 26. April beschleunigte Flug LX147 von Delhi nach Zürich auf der Piste 28 des Flughafens der indischen Hauptstadt. An Bord des Airbus A330-300 mit dem Kennzeichen HB-JHK befanden sich 232 Fluggäste und 13 Besatzungsmitglieder. Laut dem Bericht der indischen Unfalluntersuchungsbehörde AAIB fiel während des Startlaufs bei einer Geschwindigkeit von rund 106 Knoten (196 Kilometer pro Stunde) das linke Triebwerk aus.

Airbus A330 von Swiss zog nach links

Die Crew berichtete von einem lauten Knall und einer großen Flamme, die aus dem Rolls-Royce-Trent-Triebwerk austrat und sogar aus dem Cockpit sichtbar gewesen sein soll. Zugleich zog das Flugzeug nach links. Die Piloten entschieden sich deshalb sofort für einen Startabbruch. Der Langstreckenjet kam noch auf der Piste zum Stillstand. Kurz darauf meldete die Kabinenbesatzung schwarzen Rauch unter der linken Tragfläche.

Feuerwehrleute kontrollierten die Situation zunächst von außen. Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur Rauch am linken Fahrwerk auftrat. Zeitweise wurde auch Feuer an rechten Fahrwerkskomponenten gemeldet. Die Bremsen auf der linken Seite erreichten laut Bericht Temperaturen von bis zu 600 Grad Celsius, bevor die Feuerwehr Löschschaum auf das Fahrwerk sprühte. Erst danach entschied sich die Crew zur Evakuierung über die Notrutschen.

Sieben der acht Rutschen des Airbus A330 von Swiss waren im Einsatz

Sieben der acht Rutschen kamen dabei zum Einsatz. Vier Reisende wurden laut AAIB verletzt und mussten medizinisch versorgt werden. Bereits unmittelbar nach dem Vorfall hatte Swiss erklärt, dass sich zudem eine Flugbegleiterin am Fußgelenk verletzt hat. Die Evakuierung war rund 20 Minuten nach dem Startabbruch abgeschlossen.

Der Zwischenbericht liefert auch erste Erkenntnisse zum beschädigten Triebwerk. Bei einer Inspektion fanden Techniker gebrochene Befestigungsteile im Inneren des Triebwerks sowie Schäden an mehreren Turbinen- und Verdichterstufen. Zudem ließen sich Teile der Hoch- und Mitteldruckwelle nicht mehr drehen. Die Schäden beschränkten sich laut den Ermittlern aufs Innere des Triebwerks. Hinweise auf ein sogenanntes Uncontained Engine Failure, bei dem Trümmerteile das Triebwerksgehäuse durchschlagen, fanden die Experten nicht.

Grund für den Triebwerksausfall weiter unklar

Was den Triebwerksausfall ausgelöst hat, bleibt allerdings weiterhin offen. Weil sich wichtige Komponenten wegen der Schäden nicht mehr bewegen ließen, konnte die Untersuchung bislang keine eindeutige Ursache feststellen. Die Ermittlungen der indischen Behörde dauern an.

Hinter aeroTELEGRAPH steckt mehr als eine Website: ein Team erfahrener Journalistinnen und Journalisten, das fliegt, recherchiert und einordnet – Tag für Tag. Mit Ihrer Unterstützung bleiben wir unabhängig und Sie lesen werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Bilder von Gästen des Swiss-Crewhotels: Die Airline zieht aus.

«Hier waren wir zu optimistisch»: Swiss zieht nach monatelanger Kritik aus Ekel-Hotel in Miami aus

ticker-swiss

Medizinischer Notfall: Airbus A330 von Swiss auf Flug nach New York landet in Kanada

Lufthansa: Es gibt laut dem neuen Aufsichtsratschef viel zu tun.

Neuer Aufsichtsratschef von Lufthansa: «Der Konzern hat klare Schwachpunkte»

ticker-swiss

Swiss führt Mahlzeiten-Vorbestellung in der Economy ein

Video

eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack
Blick auf die Unglücksstelle: Die Boeing 767 F rutschte weit über die Piste hinaus.
Der Stimmenrekorder der in Miami verunglückten Boeing 767 F liefert erstmals Einblicke in die entscheidenden Minuten im Cockpit. Einer der Piloten des Fluges von Amazon Air warnte wiederholt vor dem hohen Tempo, automatische Systeme schlugen mehrfach Alarm.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der ukrainische Präsident und seine Frau bei der Ankunft tin Norwegen: Es ging glimpflich aus.
Ein Drohnenalarm über Moldau bekommt durch neue Aussagen eine besondere Brisanz. Denn zur selben Zeit befand sich das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyys in der Luft.
Laura Frommberg
Laura Frommberg