Bodenmitarbeiter weist ATR 72-600 von Avianca Argentina ein: In der Luft kam es zu einem Wortgefecht zwischen Piloten und Lotsin.

Sprechfunk in ArgentinienPilot und Lotsin streiten nach heikler Situation

Eine ATR 72 von Avianca Argentina kam beim Abflug aus Buenos Aires einem anderen Flugzeug bedenklich nahe. Danach gab es im Sprechfunk einen Schlagabtausch.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Weder im Cockpit noch hinter dem Radarschirm erleben Piloten und Fluglotsen es gerne, wenn sich zwei Flugzeuge in der Luft gefährlich nahe kommen. Dass dies bei allen Beteiligten auch wohl viel Adrenalin freisetzen und mitunter zu einem Wortgefecht führen kann, zeigt ein Vorfall, der sich vergangene Woche (21. April) in Argentinien abgespielt hat.

Eine ATR 72-600 der Avianca Argentina befand sich auf einem Inlandsflug von Buenos Aires nach Santa Fe. Wenige Minuten nachdem das Flugzeug vom Stadtflughafen Aeroparque Jorge Newbery abgehoben war, kreuzte es in den Flugweg einer anfliegenden Embraer E190 der Austral Líneas Aéreas. Der Abstand war zwischen beiden Flugzeugen dabei geringer als zulässig.

Flugzeuge kommen sich zu nahe

«Wir hatten ungefähr 500 bis 300 Fuß Abstand mit anderem Verkehr, der gleich über uns von rechts nach links gezogen ist», funkte einer der Piloten wenige Augenblicke nach der Annäherung zur zuständigen Fluglotsin, wie es auf Tonaufzeichnungen zu hören ist. Eigentlich ist es vorgesehen, dass zwischen sich kreuzenden Flugzeugen ein vertikaler Mindestabstand von 1000 Fuß oder 305 Meter eingehalten wird.

Prompt kam auch die Rechtfertigung der Fluglotsin: «Ja, das ist korrekt - mein Herr. Da haben Sie absolut recht. Wenn Sie darüber einen Bericht erstatten wollen, dann tun Sie es. Es ist wegen der Überfüllung, die wir derzeit in dem Sektor haben, und der momentanen Arbeitsbelastung passiert.» Bis zu dem Zeitpunkt lief die Konversation noch im professionellen Ton ab.

«Sag mir das doch mal persönlich!»

Wenige Sekunden später ändert sich dies aber: «Die Wahrheit ist, dass ihr alle inkompetent seid. Das ist das Problem!» raunte plötzlich jemand durch den Sprechfunk. Von wem diese Pöbelei stammt, ist dabei unklar. Im Vergleich zum ATR-Piloten hört sich die Stimme anders an. Im ähnlichen Temperament antwortet die Lotsin: «Ja? Sag mir das doch mal persönlich, äh? Ich bitte drum!»

Doch anstatt die Situation zu deeskalieren, schob die scheinbar erzürnte Radarkontrolleurin wenige Sekunden später dem Nörgler noch ein «Idiot» hinterher. Dabei blockte sie für kurze Zeit den Funkspruch eines anderen Flugzeuges ab, welches sich in ihrem Radarbereich befand. Anschließend normalisierte sich alles wieder, ohne weitere Vorkommnisse setzten die ATR 72 und die E190 ihre Flüge fort.

Kritik an Personalmangel

Der Vorfall fand in den argentinischen Medien viel Beachtung. Kritiker bemängeln Personalmangel und schlechtes Equipment bei der Flugsicherung. «Es gibt große Mängel an der Infrastruktur. Die Radargeräte, die wir haben, sind sehr alt, so ein Sprecher des argentinischen Luftfahrtverbandes Unión Personal Superior Profesional Empresas Aerocomerciales UPSA gegenüber der Zeitung Perfil. «An mehreren Stellen fehlt es an Personal.»

Auch der Erste Offizier der ATR 72 meldete sich öffentlich zu Wort. Gegenüber dem Radiosender La Red äußerte der Pilot, dass sich die Gemüter nach der haarsträubenden Situation wohl aufgeschaukelt hätten. Jedoch sei die Situation nicht so dramatisch gewesen wie teilweise dargestellt. So herrschte an jenem Tag sehr gute Sicht, die Annäherung sei demnach gut zu überblicken gewesen.

Ermittlungen in die Wege geleitet

Vorab warnte zudem das Anti-Kollisions-System TCAS (Traffic Alert and Collision Avoidance System) die Besatzung der Avianca-Maschine davor, dass sich die Embraer E190 nähern wird. Die Nachrichtenseite Infobae berichtet, dass der für den Flug Hauptverantwortliche Kapitän die brenzlige Situation trotzdem bei der argentinischen Luftfahrtbehörde gemeldet habe. Diese hat nun eine Untersuchung angeordnet, um zu klären, wie es genau zu der gefährlichen Annäherung der beiden Flugzeuge kam.

Mehr zum Thema

Flugzeuge am Himmel: Kollisionen gilt es zu vermeiden.

Wie man Kollisionen vermeidet

So sieht Dock A aktuell real aus...

«Es ist wieder mal zum Kotzen hier in Zürich»

Airbus A320 von Eurowings: heikle Situation in Düsseldorf.

Ultraleichtflugzeug kam über Düsseldorf A320 in die Quere

Boeing 737 von Aerolinas Argentinas: Argentinien soll 390 Million Dollar für Enteignung zahlen.

390 Millionen Dollar: Argentinien kämpft weiter gegen XL-Rechnung für Aerolíneas-Enteignung

Video

lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a340 600 lufthansa abschied duesseldorf
Der erste von vier Airbus A340-600 von Lufthansa hat Düsseldorf wieder verlassen. Der lange Vierstrahler winkte zum Abschied.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A350 von Finnair in Melbourne: Der Weihnachtsmann fliegt selbstverständlich mit der finnischen Nationalairline nach Australien.
15.200 Kilometer, ein Zwischenstopp in Bangkok und ein neuer Kontinent im Streckennetz: Finnair hat ihre erste Australien-Verbindung eröffnet. Weshalb die Wahl auf Melbourne fiel, warum auch Fracht eine wichtige Rolle spielt und weshalb selbst der Iran-Krieg die Airline nicht von ihren Plänen abbrachte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin