Luftaufnahme vom Flughafen Guarulhos: Der Abstand der beiden Pisten beträgt 375 Meter.

Pisten liegen nur 375 Meter auseinanderParallele Landungen in São Paulo ziehen Ermittlungen nach sich

Am Flughafen São Paulo-Guarulhos sind in der vergangenen Woche zwei Flugzeuge parallel gelandet. Doch die Pisten sind viel zu nah beieinander. Der Vorfall wird untersucht.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Mit über 40 Millionen Passagieren pro Jahr ist der Flughafen São Paulo-Guarulhos der größte Flughafen Südamerikas. Der gesamte Flugverkehr wird über zwei parallele Start- und Landebahnen abgewickelt: Die Bahn 10L/28R ist 3000 Meter lang, die Bahn 10R/28L misst 3700 Meter. Der einzige Nachteil: Der Abstand zwischen den beiden Pisten beträgt nur 375 Meter, wodurch eine parallele Nutzung eigentlich nicht möglich ist.

Tatsächlich kommt es am Flughafen trotzdem manchmal vor, dass Flugzeuge gleichzeitig landen. Zuletzt landeten am 18. Februar eine Boeing 747 der Frachtfluggesellschaft Atlas Air und eine Boeing 737 von Gol Linhas Aéreas gleichzeitig in Guarulhos, berichtet CNN Brasil als Erstes. Beide Landungen verliefen ohne Probleme. Dennoch hat das brasilianische Flugsicherungsunternehmen NAV Brasil eine Untersuchung angekündigt.

Boeing 747 war zu schnell

Laut ersten Erkenntnissen war die Anfluggeschwindigkeit der Boeing 747 höher als geplant. Dadurch verringerte sich der erwartete Sicherheitsabstand, was letztlich dazu führte, dass beide Flugzeuge gleichzeitig landeten. Die Untersuchung muss klären, wie es zu diesem Vorfall kam – ob es sich um ein menschliches Versagen, ein technisches Problem oder eine Fehlinterpretation der Vorschriften handelte.

Laut den Richtlinien der International Civil Aviation Organization Icao sind unabhängige Parallelanflüge, die gleichzeitige Landungen auf beiden Bahnen ermöglichen, erst ab einem Abstand von mindestens 1.035 Metern zwischen den Bahnachsen möglich. Bei einem Abstand zwischen 762 und 1.035 Metern sind in der Regel nur abhängige Parallelanflüge möglich, bei denen die Flugzeuge zeitlich versetzt landen müssen.

Icao hat strenge Regeln

Engere Abstände unter 762 Metern erhöhen das Risiko von Wirbelschleppen, also von turbulenten Luftverwirbelungen, die hinter startenden oder landenden Flugzeugen entstehen. Hier schreibt die Icao strengere Staffelungsregeln vor, um gefährliche Situationen zu vermeiden, zum Beispiel längere Mindestabstände zwischen den Flugzeugen.

Von der Breaking News bis zur Hintergrundanalyse: Unser Team begleitet die Luftfahrt mit Erfahrung und Leidenschaft. Unterstützen Sie unabhängigen Qualitätsjournalismus – für weniger als einen Cappuccino im Monat. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Boeing 777 von Latam: Kurz danach wurde der Start abgebrochen.

Boeing 777 von Latam bricht Start ab, als sich Bugfahrwerk bereits leicht hob

ticker-sao-paolo-gru

Drohnen legen São Paulos internationalen Flughafen zeitweise lahm

ticker-flughafen

Brasilien kündigt Milliardenprogramm für Ausbau des Flughafens São Paulo-Guarulhos an

Die Boeing 747-8 nach der Landung in São Paulo: Der Loste fragte nach dem Grund für den Mayday-Ruf.

Irrflug einer Boeing 747-8 von Lufthansa über Südamerika endet mit Notruf in São Paulo

Video

Dassault Falcon 10X: Die Franzosen haben am 10. März das Rollout gefeiert.
Die Entwicklung verzögerte sich immer mehr. Nun hat Dassault endlich ihren neuesten Ultralangstrecken-Businessjet erstmals öffentlich präsentiert. Die Falcon 10X soll mit Geräumigkeit, Reichweite und Geschwindigkeit punkten.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Raketenabwehr: Ist im Iran-Krieg zentral geworden.
Raketen, Drohnen und Apaches: Mit Jets, Hubschraubern und Flugabwehrsystemen verteidigen sich die Vereinigten Arabischen Emirate und sorgen so auch dafür, dass Flugzeuge von Emirates, Etihad, Flydubai oder Air Arabia wieder starten können.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin