Dreamliner von Latam und die Route nach Rapa Nui: eine Insel, weit Weg vom Festland.

Dreamliner von LatamBoeing 787 verliert am Ende der Welt eine Tür - und hat nun ein Problem

Ausgerechnet auf der weit abgelegenen Osterinsel hat ein Dreamliner von Latam eine Kabinentür verloren. Das stellt die Fluggesellschaft jetzt vor große Herausforderungen.

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Eine Boeing 787 der Fluggesellschaft Latam hat eine Kabinentür verloren. Das wäre an einem großen Drehkreuz schon ärgerlich genug. Doch der Vorfall passierte ausgerechnet auf der Osterinsel – einem der abgelegensten Orte der kommerziellen Luftfahrt.

Die Boeing 787-8 war am 29. Mai als Flug LA841 von Santiago de Chile auf die Pazifikinsel geflogen, die zu Chile gehört. Erst nach der Landung kam es zu dem Zwischenfall. Wie mehrere Medien berichten, war eine mobile Fluggasttreppe an einer der linken Kabinentüren positioniert, als sich der Jet offenbar unerwartet nach hinten bewegte. Die Belastung war so groß, dass die Tür vollständig aus dem Rumpf gerissen wurde. Verletzt wurde niemand.

Wie groß ist der Schaden an der Boeing 787 wirklich?

Dass Flugzeuge am Boden beschädigt werden, kommt immer wieder vor. Normalerweise stehen an großen Flughäfen Ersatzteile, Wartungsteams und die nötige Infrastruktur bereit. Auf der Osterinsel sieht das anders aus. Der Flughafen Mataveri liegt mehr als 3700 Kilometer vom chilenischen Festland entfernt. Er gilt als einer der isoliertesten Verkehrsflughäfen der Welt. Linienflüge gibt es nur nach Santiago. Wer hier ein technisches Problem hat, kann nicht einfach auf die nächste Wartungsbasis ausweichen.

Genau deshalb wird der Türschaden für Latam nun zu einer besonderen Herausforderung. Denn zunächst müssen Spezialisten überhaupt auf die Insel reisen. Erst danach lässt sich feststellen, wie schwer die Boeing 787 mit dem Kennzeichen CC-BBD tatsächlich beschädigt wurde. Dabei dürfte die eigentliche Tür nicht einmal das größte Problem sein. Entscheidend ist vielmehr, ob beim Abriss auch die umgebende Struktur des Rumpfes beschädigt wurde.

Verbundwerkstoffe des Dreamliners als Herausforderung

Die Boeing 787 besteht zu großen Teilen aus Verbundwerkstoffen. Solche Materialien reagieren anders als klassische Aluminiumrümpfe. Schäden sind nicht immer sofort sichtbar und müssen oft mit speziellen Prüfverfahren untersucht werden. Erst wenn klar ist, wie groß die Beschädigung tatsächlich ist, kann Latam über die nächsten Schritte entscheiden.

Denkbar sind mehrere Szenarien. Möglich wäre eine Reparatur direkt auf der Osterinsel, wofür allerdings Ersatzteile, Spezialwerkzeuge und Techniker eingeflogen werden müssten. Ebenso könnte die Airline versuchen, die Maschine für einen Überführungsflug vorzubereiten. Dabei würde die Boeing 787 ohne Passagiere zu einer Wartungsbasis auf dem Festland geflogen, wo die eigentliche Reparatur stattfinden könnte. Welche Lösung gewählt wird, ist bislang offen. Fest steht nur: Die Abgeschiedenheit der Osterinsel macht aus einem vergleichsweise seltenen Bodenschaden einen außergewöhnlich komplizierten Fall.

Ein ganz besonderer Flughafen

Der Aeropuerto Internacional Mataveri spielt seit Jahrzehnten eine besondere Rolle in der Luftfahrt. Wegen seiner isolierten Lage gelten dort spezielle Betriebsverfahren. In den 1980er-Jahren wurde die Start- und Landebahn sogar verlängert, um im Notfall als Ausweichflughafen für das amerikanische Space-Shuttle-Programm dienen zu können.

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