Cockpit: Künftig soll kein Pilot mehr alleine sein dürfen.

Neue Regeln nach Germanwings-AbsturzAirlines reagieren auf Flug 4U9525

Norwegian und Helvetic Airways ziehen Konsequenzen aus der Germanwings-Katastrophe. Sie führen eine neue Regel für die Cockpit-Crews ein. Auch Deutschland will handeln.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Es war für alle ein Schock zu hören, was sich im Cockpit des Germanwings-Airbus A320 abspielte, bevor dieser in den französischen Alpen an einem Bergmassiv zerschellte. Der Kapitän hatte das Cockpit verlassen und wurde – so der bisherige Ermittlungsstand – von seinem ersten Offizier aus dem Cockpit ausgesperrt. Der Kopilot leitete bewusst den Sinkflug ein und steuerte den Flieger ins Verderben. In den schlimmsten Albträumen hätte man sich so etwas nicht vorstellen können, kommentierte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Fluggesellschaften in ganz Europa und auf der ganzen Welt zeigten ihre Anteilnahme an dem tragischen Unglück. Andere deutsche Airlines sprangen etwa ein, um ausgefallene Germanwings-Flüge zu ersetzen und bekundeten ihren Beistand in diesen schwierigen Zeiten. Nun hat Norwegian Air Shuttle als erste Airline eigene Konsequenzen aus dem Unglück gezogen. Die norwegische Billigairline führt für ihre Cockpit-Crews neue Regeln ein. «So bald wie möglich» werde man neue Vorschriften auf allen Flügen weltweit durchsetzen. Im Cockpit müssten künftig immer zwei Personen anwesend sein.

Zwei Crew-Mitglieder im Cockpit

Auch Helvetic Airways reagiert. Die aktuellen Ereignisse veranlassten das Management, die bestehenden Sicherheitsprozesse für das Betreten und Verlassen des Cockpits zu analysieren und zu hinterfragen, so die Schweizer Regionalairline. «Als kurzfristige Massnahme werden die Sicherheitsvorschriften mittels einer Weisung an die Flightcrew dahingehend verschärft, dass immer zwei Personen im Cockpit anwesend sein müssen. Sollte einer der Piloten das Cockpit verlassen, muss ein Crewmitglied aus der Kabine das Cockpit besetzen», so Helvetic. In einem zweiten Schritt suche man das Gespräch mit den Behörden, um noch bessere Prozesse zu finden. Kurze Zeit meldete auch Easyjet, die neue Regel ab Freitag (27. März) zu befolgen.

Auch in Deutschland tut sich etwas. Die Zwei-Personen-Regel soll sehr bals schon für alle Mitglieder des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) gelten, also neben Lufthansa auch Air Berlin, Condor und Tuifly. Künftig solle sich kein Pilot mehr allein im Cockpit aufhalten dürfen, erklärte Geschäftsführer Matthias von Randow gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Die Regel soll am Freitag mit dem Luftfahrt-Bundesamt in Berlin besprochen und unverzüglich umgesetzt werden.

Germanwings-Absturz als Auslöser

Diese Zwei-Personen-Regel ist nichts komplett Neues. In den USA gibt es sie seit den Anschlägen vom 11. September 2001. Standardmäßig fährt ein Mitglied der Kabinencrew einen Trolley quer in den Gang vor das Cockpit, wenn einer der Piloten auf die Toilette geht. Damit verbarrikadiert man einerseits den Weg zum Cockpit – andererseits gibt es auch eine Kontrolle darüber was im Cockpit vor sich geht. Bei den meisten europäischen Airlines ist das noch kein Standard, wie auch Lufthansa-Chef Spohr bei der Pressekonferenz bestätigte.

Man habe schon länger darüber nachgedacht, eine solche Regel einzuführen, heißt es nun von Norwegian. Am Donnerstag, nachdem bekannt wurde, was wohl zu dem tragischen Absturz der Germanwings-Maschine führte, habe man sich dann definitiv entschieden, so eine Sprecherin zur Nachrichtenagentur AFP.

Mehr zum Thema

Reisende im Gang: Die Türkei verhängt jetzt Bußgelder gegen zu frühes Aufstehen.

Wer nach der Landung zu früh aufsteht, wird angezeigt

Tauchroboter mit Blackbox: Die neuen Rekorder sollen schwimmen.

Was bedeuten die neuen Icao-Regeln?

Wer einen Gips trägt, der weniger als vier Tage alt ist, darf bei Air Berlin nicht an Bord. Das Gesundheitsrisiko sei zu groß. Ein Gipsbein muss man zudem vorher anmelden - aus Platzgründen.

Achtung, Kleingedrucktes

Viele Piloten kämpfen wegen der ungewöhnlichen Arbeitszeiten mit Schlafproblemen.

«Vier Nächte ohne Schlaf»

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack