Flieger von SAS: Flug in Turbulenzen.

Kosten müssen sinkenSAS kämpft ums Überleben - sagt der neue Chef

Die skandinavische Fluglinie ist noch immer gefährdet. Das sagt der neue Chef Anko van der Werff. Er sieht die hohen Kosten als Grundproblem von SAS und fordert die Gewerkschaften zu Sparverhandlungen auf.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

«Zum Tangotanzen braucht es zwei.» Anko van der Werff spielt damit nicht auf einen letzten Job in Südamerika an, wo er sieben Jahre lang gearbeitet hat, zuerst bei Aeromexico und zuletzt zwei Jahre als Chef von Avianca. Seit Mitte Juli ist der Niederländer zurück in Europa und leitet SAS.

Seine Analyse nach drei Monaten ist vernichtend. «SAS kämpft ums Überleben», sagte van der Werff  am Wochenende in einem Interview mit der dänischen Wirtschaftszeitung Finans. «Wenn ich sehe, wie der Markt sich jetzt präsentiert, wie sich unsere Kunden verändern und wie hoch unsere Schulden sind, ist es ganz klar, dass wir die Dinge deutlich anders machen müssen.»

«Das größte Problem sind die Kosten»

Und im Hinblick darauf verwendete van der Werff das Tango-Bild. Er will, dass sich die Gewerkschaften im Takt mit dem Management bewegen. Er fordert sie deshalb zu dreimonatigen Verhandlungen zur Anpassung der Arbeitsbedingungen auf.

«Das größte Problem von SAS sind die Kosten, also müssen wir dort ansetzen», so der neue Chef. Die Fluggesellschaft müsse «wettbewerbsfähig sein, damit wir überleben, wachsen und Arbeitsplätze schaffen können». Andere Airlines hätten in der Corona-Krise ihre Kostenstruktur angepasst, das müsse SAS auch schaffen.

Regierungen mussten helfen

Im Geschäftsjahr 2019/20 verlor SAS 9,3 Milliarden schwedische Kronen oder umgerechnet 930 Millionen Euro. Das ist rund das Doppelte des Saldos aller Gewinne und Verluste in den neun Jahren zuvor. Zugleich steigen die Schulden um ein Vielfaches auf 18,9 Milliarden Kronen. Die Führung reagierte mit einem Abbau von 5000 Arbeitsplätzen oder 40 Prozent der Belegschaft. Doch aus dem Schneider ist die skandinavische Fluglinie damit noch nicht. In den ersten neun Monaten des neuen Geschäftsjahres 2020/21 verlor sie erneut 5,7 Milliarden Kronen.

Diesen Mai mussten die Regierungen von Dänemark und Schweden – sie halten beide 21,8 Prozent der Anteile – der Nationalairline denn auch erneut helfen. Sie gewährten ein zusätzliches Darlehen in Höhe von fast 300 Millionen Euro. 2020 hatte sie bereits ein staatliches Darlehen gegeben und sich an einer Kapitalerhöhung beteiligt.

Starke Gewerkschaften

Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften werden allerdings schwierig. Dieser Tage haben Pilotinnen und Piloten der Fluglinie wegen der kürzlich in SAS Connect umbenannten irischen Tochter demonstriert. Sie führt mit sechs Airbus A320 Neo Flüge zwischen London und Skandinavien durch und weist deutliche niedrige Kosten auf als die Kern-Airline. Ähnlichen Widerstand dürfte es allgemein geben, wenn Van der Werff die Arbeitsbedingungen in Skandinavien verschlechtern will.

Die Arbeitnehmervertretungen sind in Skandinavien generell sehr stark. In Norwegen sind über alle Branchen gesehen 52 Prozent aller Angestellten gewerkschaftlich organisiert, in Schweden 66 Prozent und in Dänemark 67 Prozent. Im restlichen Europa sind es rund halb so viele.

Mehr zum Thema

Boeing 737 von SAS: Soll ersetzt werden.

SAS holt sich Embraer-Jets in die Flotte

Finnair fliegt auf Flug AY1 von Helsinki nach Los Angeles LAX.

Finnair greift SAS in Stockholm an

Passagier am Schalter von SAS: Aktionäre erhalten Vielflieger-Status.

SAS lockt Aktionäre mit höchstem Vielfliegerstatus

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier