Das angeschnallte sakrale Kunstwerk «Muttergottes des Trostes»: Es dauerte bis das Bild sicher verstaut war.

Irdischer ÄrgerSakrales Kunstwerk sorgt für Verspätung bei Aegean Airlines

Ein Flug von Aegean Airlines startet mit mehr als 90 Minuten Verspätung. Lange ist der Grund unklar - bis Priester in einer Prozession an den Wartenden vorbeiziehen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Griechenland gilt als eines der religiösesten Völker in Europa. Rund 92 Prozent der Bevölkerung bekennt sich zum christlichen Glauben und lebt diesen auch aus, wie 2020 das amerikanische Pew Research Center in einer Studie herausfand. Damals sagten 80 Prozent der Griechinnen und Griechen, dass der Glaube sehr wichtig oder wichtig für sie ist. In keinem europäischen Land war dieser Wert höher.

Die meisten Griechinnen und Griechen sind griechisch-orthodox. Kirchenoberhaupt sind mehrere sogenannte Patriarchen. Der Stellenwert der Religion zeigt sich auch im griechischen Alltag. So findet man Ikonen, also sakrale Bildwerke, sogar in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Irdischer Ärger für Aegean

Die Liebe zur Religiosität hat nun für irdischen Ärger bei der griechischen Fluggesellschaft Aegean geführt. Am Sonntag (12. November) sollte Aegean-Flug 909 um 20:35 Uhr vom zyprischen Larnaca nach Athen starten. Zwei Stunden vor dem Abflug wurde den rund 200 Reisenden mitgeteilt, dass sich der Abflug um zehn Minuten nach hinten verschieben würde.

Um 21:00 Uhr hatte das Boarding allerdings immer noch nicht begonnen, berichtet das Portal Documento News. Ein Grund für die Verspätung wurde den Wartenden am Gate nicht genannt. Kurze Zeit später wurde der Grund sichtbar. Eine Prozession aus Priestern und zyprischen Polizeibeamten bahnte sich ihren Weg an den wartenden Passagieren vorbei ins Flugzeug. Der Tross schob eine riesige, in Samt eingeschlagene Ikone vor sich her.

Pilot begrüßt sakrales Bild

Es dauerte eine weitere halbe Stunde, bis das Bild sicher in der ersten Reihe des A321 Neo verstaut werden konnte, ohne Schaden zu nehmen. Erst dann begann das Boarding für die wartenden Passagiere. Die Maschine hob mit mehr als eineinhalb Stunden Verspätung ab.

Der Kapitän erklärte die Verspätung: «Wir heißen die Muttergottes des Trostes an Bord unseres Fluges willkommen. Wir hoffen, dass sie uns in diesen schwierigen Zeiten, die wir durchmachen, beisteht». Das Flugzeug landete um 23:42 Uhr in Athen.

Freitickets als Entschädigung

Zahlreiche Reisende haben ihrem Ärger in den Sozialen Medien Luft gemacht. Mittlerweile hat sich die Fluggesellschaft bei den Reisenden für die Verspätung entschuldigt und allen Passagieren als Entschädigung ein kostenloses Ticket versprochen.

Mehr zum Thema

Aegean Airlines hat neue Uniformen für ihr Personal vorgestellt. Eine kleine Auswahl.

Aegean Airlines will mit neuen Uniformen bei Fluggästen punkten

Airbus A320 von Aegean mit dem Kennzeichen SX-DNE: Flog die spezielle Route.

Aegean feiert griechische Unabhängigkeit mit besonderer Strecke

Crew von Rayani Air: Islamische Kleidung.

Wenn Religion an Bord eine Rolle spielt

Airbus A320 von Volotea: Die Flugggesellschaft ist finanziell angeschlagen.

Vom Investor zum Mehrheitseigner: Aegean Airlines muss bei Volotea das Steuer übernehmen

Video

airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier