B737-800 von Ryanair: Bei den Franzosen beliebt.

Ryanair & Co. setzen Air France zu

Billigflieger schnappen den französischen Airlines massiv Marktanteile weg. Das belegen neue Zahlen.

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Frankreich ehrt heimisches Schaffen besonders gern. In kaum einem anderen Staat Europas wird der Einfluss des Staates in der Wirtschaft noch so zelebriert. Doch wenn es ums Reisen in den Urlaub geht, dann sieht die persönliche Präferenz anders aus. Dies zumindest suggerieren neuste Zahlen der Fédération nationale de l'aviation marchande, der französischen Vereinigung der Zivilluftfahrt. Um beinahe einen Fünftel fiel der Marktanteil der heimischen Fluggesellschaften in den letzten zehn Jahren. Flogen im Jahr 2000 noch 59 Prozent der Passagiere an einem Flughafen in Frankreich mit einer heimischen Airline, waren es 2010 nur noch 48 Prozent.

Der Rutsch unter 50 Prozent erklärt sich mit einer Jahreszahl: 2001 begannen Lowcost-Anbieter wie Ryanair oder Easyjet Frankreich intensiv zu bearbeiten - mit vollem Erfolg, wie sich jetzt zeigt. «Und in den letzten fünf Jahren erlebten wir zwei schmerzhafte Wirtschaftskrisen. Nicht zu vergessen sind auch die Gesellschaften aus dem Golf, die in Frankreich Passagiere suchen, um sie über ihre Drehkreuze zu lotsen», kommentiert Verbandspräsident Lionel Guérin in der Zeitung Le Figaro. Zu den inländischen Airlines zählen neben dem Schwergewicht etwa Corsair Fly, Air Caraïbes, Air Austral, Aigle Azur, Europe Airpost oder XL Airways, die ihren Sitz in Frankreich (mitsamt Überseegebieten) haben oder ihre Flieger dort immatrikulieren.

Neue Anbieter dank Abkommen

Gelitten haben nach Angaben des Branchenverbandes vor allem die Anbieter von Inlandflügen. Dort fiel der Marktanteil der Franzosen von 100 auf noch 87 Prozent. Bei den Mittelstrecken fiel er von bereits tiefen 37 Prozent auf 29 Prozent. Hier machte sich gemäß dem Figaro vor allem das Open-Sky-Abkommen mit Marokko bemerkbar, welches zahlreiche neue Airlines aufkommen ließ. Sie sprachen die große Zahl an Immigranten in Frankreich an. Nur auf der Langstrecke legten die heimischen Anbieter von 61 auf 66 Prozent zu.

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