Boeing-737-Max-Simulator in Dublin: Ryanair setzt auf eigene Pilotinnen und Piloten.

In DublinRyanair geht mit neuem Ausbildungszentrum in die Großoffensive

Die Billigairline hat in Dublin ein neues Ausbildungszentrum eröffnet. In den nächsten fünf Jahren will sie 5000 neue Piloten und Pilotinnen anstellen – vor allem solche aus der eigenen Schule. Das hat einen Grund.

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Die Simulatoren glänzen weiß. Daneben stehen mehrere Pilotinnen und Piloten in tadellosen Uniformen und im Hintergrund läuft euphorische Musik in Endlosschlaufe. Bei Ryanair ist man mächtig stolz auf das neue Trainingszentrum beim Flughafen Dublin.

Am Dienstag (14. September) eröffnete die irische Billigairline-Gruppe fünf Simulatoren für Boeing 737 Max und Airbus A320 am Standort. Hinzu kommen Schulungsräume für die Kabinenbesatzung, Notfall-Evakuations-Räume und zahlreiche Klassenzimmer für Schulungen. Genutzt wird die Airline Flight Academy hauptsächlich von Ryanair und Schwestergesellschaft Lauda. «Insgesamt haben wir 50 Millionen Euro investiert. Damit können wir auch die nächsten Jahre erstklassige Ausbildungen anbieten», sagt Ryanairs Chef Eddie Wilson.

Es braucht Personal für die Boeing 737 Max

Doch für die mehrere Zehntausend Euro teure Ausbildung zahlen die Studierenden weiterhin selber. «Das System hat sich bewährt. Schließlich haben die Pilotinnen und Piloten danach Chance auf einen gut bezahlten Job», so Wilson zu aeroTELEGRAPH. Im letzten Herbst hat das Ryanair-Cockpitpersonal auf einen Teil seines Gehalts verzichtet, um dem Arbeitgeber durch die Pandemie-Zeit zu helfen. So habe während der Pandemie niemanden entlassen müssen und werde gestärkt wieder zurückkommen, so Wilson.

Insgesamt 5000 neue Pilotinnen und Piloten will Ryanair in den nächsten fünf Jahren einstellen. Diese werden nach und nach in Dublin ausgebildet. Das ist Teil der großen Expansionsstrategie, welche die Fluggesellschaft für die nächsten Jahre plant. Trotz Pandemie erwartet sie 210 neue Boeing 737 Max. In diesem Jahr treffen die ersten 60 Flieger ein.

Die Regierung will der Branche helfen

Für den Betrieb der Boeing 737 Max sollen bis Ende Jahr 800 neue Stellen entstehen. «Wir sind sehr zuversichtlich, weil der Markt für Kurzstreckenflüge weiter wächst, während die Langstrecke bis auf weiteres auf niedrigem Niveau bleibt», so Wilson, «Unsere Buchungen nehmen bereits wieder zu. Wir sind fast wieder bei 90 Prozent. Bis 2050 möchten wir 200 Millionen Passagiere pro Jahr befördern.» Vor der Pandemie waren es 150 Millionen gewesen. Der Ryanair-Chef  meint, dass Verhandlungen mit zusätzlichen Flughäfen bereits laufen.

Die irische Regierung stellt sich hinter diesen Plan. «Wir sind sehr stolz auf die Entwicklung von Ryanair und deren Bedeutung für die irische Wirtschaft. Ein Teil, wenn nicht sogar der Hauptanteil der neuen Jobs werden in Irland entstehen», sagte Leo Varadkar, der irische Vize-Premierminister begeistert. Seitens der Regierung will man die Luftfahrtbranche weitestgehend unterstützen, beispielsweise mit dem Aufheben von Reisebeschränkungen.

Weitere Ausbildungszentren könnten folgen

Aber wieso ein nagelneues Trainingszentrum für frische Pilotinnen und Piloten, wenn der Markt derzeit voll davon ist? «Die, die ihre ganze Ausbildung bei uns machen und nicht anderes als Ryanair kennen, haben natürlich eine ganz andere Einstellung», so Chef Wilson. Er sei stolz auf diese Atmosphäre.

Und er deutet bereits an: In den nächsten fünf Jahren könnten zwei bis drei weitere solche Trainingszentren entstehen.

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