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Transatlantikflüge

Kommt Ryanair zu spät?

Ryanair will definitiv Flüge von Europa und auch Deutschland aus in die USA anbieten. Damit könnte die Billigairline zum ersten Mal floppen - weil sie zu spät kommt.

Ryanair

Boeing 737 von Ryanair: Die Flotte muss ergänzt werden.

In fünf Jahren soll es nun soweit sein. Nachdem Ryanair-Chef Michael O’Leary in den letzten Jahren mehrfach ankündigt hatte, seine aggressive Preisstrategie auch auf die Langstrecke anzuwenden, hat jetzt offenbar auch der Aufsichtsrat das Konzept genehmigt. Der Plan sieht vor, von europäischen Großstädten aus – etwa auch von Berlin – zunächst in die USA zu fliegen. New York, Boston, Chicago und Miami sollen die Ziele sein, die Ryanair billig anfliegen will. Die Preise beginnen bei 14 Euro.

Doch im Gegensatz zu anderen Vorstößen der Airline ist der neue Plan nicht mehr innovativ. Schon seit Jahren spielte Ryanair mit dem Gedanken, getraut hat sich die Airline bisher nie. Andere kamen ihr inzwischen zuvor. So hat etwa die deutsche Lufthansa innerhalb eines Jahres ihre Langstrecken-Billig-Strategie auf Basis von Eurowings entwickelt. «Sonst war Ryanair immer der Pionier, was Neues anging», so auch Heinrich Großbongardt vom Luftfahrt-Beratungsunternehmen Expairtise. «Jetzt sind sie der Dritte, Vierte oder Fünfte.» Lufthansa oder auch Norwegian Air Shuttle hätten genug Zeit gehabt, sich auf die mögliche Konkurrenz vorzubereiten.

Flotte wird für Ryanair Problem

Ein großes Problem dürfte für Ryanair auch die Flotte werden. Denn: «Man braucht für solche Pläne effiziente Flugzeuge», so Großbongardt. Dazu zählen die Boeing 787, der Airbus A350 oder auch neue Versionen des A330. Und die sind auf Jahre ausverkauft. «Innerhalb der nächsten vier oder fünf Jahre dürfte es für Herr O’Leary sehr schwierig werden, geeignete Flugzeuge zu finden», so der Fachmann.

Auch die Preise, die Ryanair in Aussicht stellt, sind nicht haltbar. So heißt es, Interkontinentalflüge seien bereits für 14 Euro zu haben. «Das ist etwa genauso realistisch wie ein Europa-Flug für einen Euro», so Großbongardt. Unter 150 bis 200 Euro pro Strecke wäre das Ganze kaum haltbar. Und auch das eben nur, wenn es die Billigairline irgendwie schaffe, sehr moderne Flieger zu erhalten.



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