Die CCCP-77115: Hebt diese Tupolev Tu-144 wieder ab?

IdeeRussland will Tupolev Tu-144 wieder abheben lassen

Russland lässt von seinen Plänen für neue Überschallpassagierjets nicht ab. Eine neue Idee dabei: Die letzte gebaute Tupolev Tu-144 soll wieder flugfähig machen.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Schon 2018 signalisierte Vladimir Putin Interesse an der Wiederaufnahme des Baus von zivilen Überschalljets. Der russische Präsident äußerte sich damals im Zusammenhang mit dem Überschallbomber Tupolev Tu-160. Aeroflot meldete gleich Interesse an. «Wir würden gerne einen Überschalljet bekommen», sagte der damalige Chef der Fluggesellschaft, Vitaly Savelyev.

Das staatlich kontrollierte Luftfahrtkonzern UAC erklärte, man arbeite bereits an einem Überschallprojekt. Und 2020 verrieten der dazu gehörende Flugzeugbauer Tupolev und das Zentrale Aerohydrodynamische Institut Tsagi erste Details: Der Überschalljet solle Platz für 30 bis 50 Fluggäste haben, bis zu doppelte Schallgeschwindigkeit – also Mach 2 – erreichen und eine Reichweite von bis zu 8000 Kilometern aufweisen.

Rückkehr der Überschallflieger?

Zudem wurde deutlich, dass es sich eher um einen Businessjet handeln soll als um ein Flugzeug für den Linienverkehr von Airlines. Zudem stellte Anatoly Serdyukov, Chef von UAC-Mutter Rostec, klar, dass sich auf Basis eines strategischen Bombers kein Passagierflugzeug entwickeln lasse. Präsident Putin habe vielmehr gemeint, dass man auf Tupolevs Erfahrungen aufbauen könne, zum Beispiel bei den Triebwerken.

Anfang November 2024 brachte nun Vitaly Savelyev, der ehemalige Aeroflot-Chef, das Thema erneut ins Gespräch. Heute ist er stellvertretender Ministerpräsident. Bei einer Veranstaltung sagte er laut der Nachrichtenagentur Tass über die einstigen Überschallpassagierjets Concorde und Tupolev Tu-144, diese Flugzeuge seien ihrer Zeit ein wenig voraus gewesen, «aber wir werden darauf zurückkommen, denn dies ist die Zukunft».

«In einem ziemlich guten Zustand»

Schon zuvor hatte Savelyev laut Tass gesagt, dass Russland gute Chancen habe, als erstes Land einen neuen zivilen Überschallflieger zu bauen. Dass der ehemalige Airline-Chef und heutige Politiker weiterhin ein Überschallfan ist, ist wenig überraschend. Viel spannender ist eine Reaktion, die seine Aussagen hervorriefen - bei Tupolev-Chef Konstantin Timofeev.

Der nannte Savelyevs Ansichten nicht nur «sehr wichtig». Timofeev machte auch einen konkreten Vorschlag. Man habe am Flughafen Moskau-Zhukovsky eine Tupolev Tu-144 «in einem ziemlich guten Zustand», sagte der Tupolev-Chef. Damit meint er nicht etwa die Maschine mit dem Kennzeichen CCCP-77114, die heute ein Denkmal in Zhukovsky ist, sondern die CCCP-77115, wie ein Foto zeigt, dass Timofeev bei Telegram veröffentlichte.

Zukunft als Test- und Forschungsflieger

«Die Wiederherstellung der Flugfähigkeit könnte der erste Schritt zur Wiederbelebung des Überschallflugverkehrs in unserem Land sein», sagte der Manager über die CCCP-77115. Technisch sei dies möglich. Zwar sei es für Tupolev keine vorrangige Aufgabe, da man sich auf den Start der Serienproduktion der Tu-214 konzentriere. «Aber wenn wir in die Zukunft blicken, könnte ein Überschall-Passagier-Laborflugzeug sehr nützlich sein», so Timofeev.

Die CCCP-77115 absolvierte ihren Erstflug im Jahr 1984 und war eigentlich für Aeroflot vorgesehen. Sie kam aber nie als Passagierjet zum Einsatz, sondern diente lediglich bis 1986 für Testflüge. Sie war die letzte von insgesamt 16 fertiggestellten Tupolev Tu-144, dem ersten Überschallverkehrsflugzeug-Modell der Welt.

In diesem Video ist die (am Rande eines Interviews) von innen zu sehen:

Mehr zum Thema

Entwurf eines russischen Überschallflugzeuges: So könnte es aussehen.

Russland hält an Plänen für Überschallflugzeug fest

Die Visualisierung des russischen Überschalljets über Shanghai: Internationale Kooperation.

Russland entwickelt Überschalljet mit Hilfe aus China

Das Zentrale Aerohydrodynamische Institut Tsagi leitet die Forschung zu einem neuen russischen Überfallflieger. Auch das Luftfahrt-Konsortium UAC ist bereits beteiligt. Allerdings soll weder ein Überschallbomber wie die Tu-160 entstehen noch ein Passagierflieger wie die Tu-144. <a href="https://www.aerotelegraph.com/russland-gibt-einblick-in-seine-ueberschallplaene" target="_blank" rel="noopener">Russland plant einen Überschall-Businessjet</a>.

Russland gibt Einblick in seine Überschallpläne

ticker-russland

Russland will Zugang von Airlines zu internationalen Strecken verschärfen

Video

Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack
Comac C919 von China Southern Airlines: Außen fix und innen?
Bislang setzt Shenzhen Airlines ausschließlich auf Airbus und Boeing. Nun möchte die mehr als 200 Flugzeuge starke Air-China-Tochter auch die Comac C919 einsetzen. Interesse gibt es auch von Loong Air. Das Problem: Lieferketten und Produktionsgeschwindigkeit bremsen den chinesischen Hersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin