Sukhoi Superjet 100: Bald könnte zusätzliche Konkurrenz durch westliche Flieger dazu kommen.

Russlands Produzenten unter Druck

Schon wieder will der Kreml mit neuen Schritten die russische Luftfahrt wieder auf Kurs bringen. Doch das bedroht die nationalen Flugzeugbauer.

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19 Unfälle, über 100 Tote im laufenden Jahr - keine gute Bilanz für die Luftfahrt in Russland. Immer neue Meldungen über Unfälle mit alten Sowjetfliegern kratzen am Image der Branche. Das bewegte den Kreml dazu bewegt, immer wieder neue Maßnahmen anzukündigen, wie man das Problem im Luftraum lösen will. Ganz zuerst gehört dazu ein verbot der Unglücksmaschinen. So könnte unter anderem die Antonow AN-24 oder die Tupolew Tu-134 schon bald nicht mehr fliegen dürfen. Auch die Yak-42, mit der der jüngste Unfall passierte, könnte bald Geschichte sein. Bei diesem Unfall kam eine ganze Eishockeymannschaft ums Leben (aeroTELEGRAPH berichtete).

Nun soll es aber auch den kleinen Airlines mit überalteten und winzigen Flotten an den Kragen gehen: Präsident Dimitri Medwedew hatte unter anderem verlangt, dass die Fluggesellschaften eine Mindestgröße vorweisen müssen. Kleine Airlines machten laut dem Staatschef oft Kompromisse bei der Sicherheit, das solle sich ändern. So zieht man unter anderem in Erwägung, Fluglinien, die weniger als 20 Flieger besitzen, an 2013 komplett zu verbieten. Auch eine Mindestanzahl von 5 Flugzeugen des selben Typs hat man schon vorgeschlagen. Als erstes werden nun offenbar drei Airlines geschlossen, wie russische Medien melden. Die Namen werden aber noch nicht genannt. 27 weitere stehen auf einer Liste von potenziellen Kandidaten für ein Verbot.

Mehr westliche Flieger

Zuletzt kündigte der russische Präsident nun auch noch an, dass man wieder mehr westliche Flieger in den Flotten russischer Fluggesellschaften sehen wolle. Der Kauf soll darum vereinfacht werden. Das dürfte den russischen Flugzeugbauern, denen es ohnehin nicht besonders gut geht, weitere Probleme bereiten. Der Import von Regional- und Mittelstreckenfliegern ist bisher gesperrt. Bei anderen Typen hat man die Einschränkungen mittlerweile gelockert. Tut Russland das auch bei den anderen, so würde das eine plötzliche Verschärfung der Konkurrenz für neue russische Flieger wie den Sukhoi Superjet 100 und den Irkut MS-21.

Neben diesem Effekt kritisieren auch viele Luftfahrt-Experten in Russland die geplanten Maßnahmen als unüberlegte Schnellschüsse. Wolle man die alten Flieger mit neuen, westlichen ersetzen, bräuchte es eine entsprechende Infrastruktur: Training, Sicherheitsvorschriften, modernen Flughäfen. Doch davon sei man noch weit entfernt. Im Budget für das kommende Jahr sei aber kein Posten zu finden, der eine solche Rundumerneuerung in der Luftfahrt des Riesenreiches finanzieren könnte.

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