Produktion der Yakovlev MS-21: Russland kommt nur langsam voran.

Ziele massiv verfehltRussland baute in drei Jahren nur sieben Flugzeuge

Geplant waren 108 neue Flugzeuge aus eigener Produktion. Tatsächlich gebaut wurden seit Beginn der Sanktionen aber nur sieben. Russland verfehlt das Soll bei der zivilen Flugzeugproduktion - das liegt in zweifacher Hinsicht am Ukraine-Krieg.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Allroundmitarbeiter Luftfahrzeug (a) Flugzeugmontage/-unterhalt

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Die Luftfahrt ist für Russland enorm wichtig. Zwischen dem westlichsten und dem östlichsten Punkt des Landes liegen 9000 Kilometer. Wer die Strecke mit dem Zug zurücklegen will, ist mehr als eine Woche unterwegs, mit dem Auto noch länger. Erschwerend kommt hinzu, dass viele kleinere Städte gar nicht an das Eisenbahn- und schlecht ans Straßennetz angebunden sind.

Deshalb war das Flugzeug bereits in der Sowjetunion ein bevorzugtes Verkehrsmittel. Kein Wunder also, dass die russischen Fluggesellschaften nervös wurden, als der Westen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine weitreichende Sanktionen ausrief. An westliche Flieger und Ersatzteile kommen sie seither nur noch auf verschlungenen Pfaden. Und so rief der Kreml eine Parole aus: Die Produktion eigener Flugzeuge muss beschleunigt werden.

Plansoll wurde um 94 Prozent verfehlt

Doch offenbar ist davon nichts zu spüren, wie der russische Dienst des Rundfunks BBC berichtet. Die Töchter des staatlichen Flugzeubaukonzerns UAC haben gemäß dem Bericht, der auf ungenannten Quellen beruht, seit dem Start des Ukraine-Krieges nur sieben Flugzeuge gebaut. Das ist massiv weniger als geplant.

Eigentlich wäre vorgesehen gewesen, im Jahr 2022 bereits 14 Passagierflugzeuge, im Jahr 2023 dann 25 und im Jahr 2024 schon 69 Flieger herzustellen. Mit nur sieben gebauten Fliegern war der Ausstoß in drei Jahren also nur halb so hoch, wie er im ersten Jahr hätte sein sollen. Oder anders ausgedrückt: Das Plansoll wurde um 94 Prozent verfehlt.

«Imitation von Aktivität»

Die Produktion von Superjet 100, Yakovlev MS-21 sowie Tupolev Tu-204 und Tu-214 lag auch niedriger als vor dem Ukraine-Krieg. Im Jahr 2019 hatte die russische Industrie 12, im Jahr 2020 ebenfalls 12 und im Jahr 2021 dann 13 Flieger gebaut. Ein anonymer Luftfahrtexperte sagte zur BBC, dass die Herstellung von Militärflugzeugen die Ressourcen verschlinge, die man in die Produktion von Zivilflugzeugen stecken müsste. Hinzu komme, dass viele Komponenten nicht mehr verfügbar sind und erst ersetzt werden müssen.

Die Prognosen der Industrie seien ganz einfach eine «Imitation von Aktivität», um «die Nerven der Regierung zu beruhigen», so eine weitere Quelle zur BBC. Die russische Luftfahrtbehörde Rosaviatsiya hatte vor einem Jahr die Prognose aufgestellt, bis 2030 insgesamt 1800 inländische Flugzeuge und Hubschrauber zu registrieren. Helfen soll dabei, dass Russland die Produktion älterer Modelle wie Ilyushin Il-96 und Tupolev Tu-214 wieder hochfährt, eingelagerte Flieger wieder flugtauglich macht und die Projekte Superjet New, MS-21, Ilyushin Il-114-300, LMS-901 Baikal und TVRS-44 Ladoga forciert.

Mehr zum Thema

Red Wings soll insgesamt acht wieder flugtauglich gemachte Tu-204 und Tu-214 erhalten.

Staatlicher Leasinggeber beschert staatlichem Flugzeugbauer Großauftrag

Tupolev Tu-214: Soll modernisiert werden.

S7 Airlines will 100 Tupolev Tu-214 bestellen

Russland ist nur noch Zulieferer der CR929

Russland ist nur noch Zulieferer der CR929

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

Video

crj900 laguardia ntsb
Das Cockpit wurde völlig zerstört, die Piloten der Bombardier CRJ900 von Air Canada überlebten den Zusammenstoß mit einem Feuerwehrtruck nicht. Die Funkaufzeichnungen dokumentieren die dramatischen Momente vor dem Unglück.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
la guardia crj 900 air canada express
Am Flughafen LaGuardia in New York ist eine Bombardier CRJ900 von Air Canada nach der Landung mit einem Feuerwehrfahrzeug zusammengestoßen. Die beiden Piloten kamen ums Leben.
Timo Nowack
Timo Nowack
König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin