Die LMS-901 Baikal: Wie viel wird welche Version kosten?

LMS-901 BaikalRussischer An-2-Nachfolger wird deutlich teurer als geplant

Russlands staatliche Leasinggesellschaft rechnet mit deutlich höheren Preisen für die LMS-901 Baikal. GTLK will wissen, ob Airlines dennoch Interesse an dem Nachfolger für die Antonov An-2 haben.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Sie soll bis zu neun Fluggäste oder zwei Tonnen Fracht transportieren und ist als Nachfolgerin für viele noch aktive Antonov An-2 geplant: die LMS-901 Baikal. Der einmotorige russische Turbopropflieger wird aber offenbar deutlich teurer als geplant.

Die Wirtschaftszeitung RBK berichtet das unter Berufung auf einen Brief des staatlichen Leasingunternehmens GTLK an Fluggesellschaften. Demnach sollen die ersten Flugzeuge, die zur Auslieferungen 2025 vorgesehen sind, 455 Millionen Rubel kosten, umgerechnet rund 4,45 Millionen Euro. In den ursprünglichen Planungen für die LMS-901 hatte das Handelsministerium laut RBK einst einen Preis von 120 Millionen Rubel vorgesehen.

«Desinteresse aufgrund der hohen Leasingrate»

Anschließend soll der Preis für das Flugzeug weiter um rund 4 Prozent jährlich steigen auf bis zu 587 Millionen Rubel im Jahr 2032. GTLK bietet Airlines, die ein Flugzeug für zehn Jahre mieten, eine Leasingrate von monatlich 5,4 Millionen Rubel (53.000 Euro) an.

Der Leasinggeber bat die Fluggesellschaften in dem Schreiben, mitzuteilen, ob sie bereit wären, ein Flugzeug zu solchen finanziellen Bedingungen zu bestellen. Sie sollen aber auch «bei Desinteresse aufgrund der hohen Leasingrate» Bescheid geben und einen eigenen Vorschlag einreichen. GTLK und der Hersteller Ural Plant of Civil Aviation UZGA arbeiten an Finanzierungsmodellen, bei denen auch ein staatlicher Fonds einbezogen sein soll.

Was den Preis der LMS-901 in die Höhe treibt

Für Großkundin Aurora Airlines, die 95 LMS-901 mieten will, wird laut der Zeitung für die ersten fünf Exemplare mit einem Preis pro Flugzeug von je 275,8 Millionen Rubel kalkuliert. Diese Maschinen sollen 2025 ausgeliefert werden. Für die nächsten zehn Flugzeuge zur Auslieferung im Jahr 2026 sind es dann pro Exemplar schon 286,9 Millionen Rubel.

Schon im vergangenen Herbst hatte der stellvertretende Premierminister Yuri Trutnev den Anstieg der Kosten für die LMS-901 auf 178 Millionen Rubel kritisiert. Sein Sprecher erklärte gegenüber RBK, der Preis sei einerseits gestiegen, um den Flieger für den Betrieb im Föderationskreis Ferner Osten fit zu machen, etwa durch Instrumentenflug. Andererseits habe der Wechsel von ausländischen auf russische Teile den Preis der LMS-901 getrieben.

Bleibt Basisversion doch unter 200 Millionen?

Für die Basisversion gab UZGA dem Blatt zufolge allerdings für 2023 einen Preis von 151 Millionen Rubel an. Aktuell erklärte der Hersteller gegenüber der Zeitung, der einstige Preis von 120 Millionen Rubel sei 2019 aufgrund der damaligen Bedingungen festgelegt worden. Er verweist auf seitdem veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und einen «überproportionalen Anstieg der Preise für zugekaufte Komponenten und Materialien».

Zum Brief des staatlichen Leasingunternehmens GTLK und den darin genannten Preisen äußerte sich UZGA nicht. Quellen der Zeitung beim Handelsministerium erklärten aber, die Preise seien noch nichts fix, da das Flugzeug noch nicht fertig sei. Man gehe allerdings davon aus, dass der Preis der Basisversion 200 Millionen Rubel nicht überschreiten werde.

Mehr zum Thema

Bau der Fabrik für die LMS-901 Baikal begonnen

Bau der Fabrik für die LMS-901 Baikal begonnen

LMS-901 Baikal wird im Windkanal getestet

LMS-901 Baikal wird im Windkanal getestet

Darstellung des Rettungssystems: Mit Fallschirm zu Boden gleiten.

LMS-901 Baikal bekommt Rettungssystem mit Fallschirm

Embraer E190 von Wideroe: Mit diesem Flugzeugtyp wurden die Russinnen und Russen Richtung Heim geflogen.

Widerøe fliegt Russen im Spitzbergen-Eklat zurück nach Hause

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier