Boeing 737 Max: Ärger aus Russland.

BestellungRussische Leasingfirma verklagt Boeing wegen 737 Max

Avia Capital Services will die 35 bestellten 737 Max nicht mehr und verklagt Boeing auf Schadenersatz. Der Hersteller habe «fahrlässig» gehandelt, so die russische Leasingfirma.

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Eigentlich hofft Boeing, dass die 737 Max bereits im Oktober wieder abheben darf. Ein sportlicher Zeitplan, doch der Flugzeugbauer gibt sich zuversichtlich. Offenbar reicht das nicht allen Kunden. Nach der saudi-arabischen Airline Flyadeal hat nun ein zweiter Kunde eine Bestellung von Boeing 737 Max storniert.

Die russische Leasingfirma Avia Capital Services - eine Tochter des staatlichen Technologiekonzerns Rostec - will ihre 35 Boeing 737 Max nicht mehr, berichtet die russische Nachrichtenagentur Itar Tass. Damit nicht genug. Wie die Wirtschaftszeitung Financial Times schreibt, hat die Firma auch eine Klage gegen den Flugzeugbauer eingereicht.

Schadenersatz und Entschädigung für Umsatzverlust

Avia hatte die Flieger vor dem Grounding bestellt und wirft Boeing vor, den Kunden wichtige Details über die Flugtüchtigkeit des Jets vorenthalten zu haben. Der Hersteller habe «fahrlässig» gehandelt und ein «defektes» Flugzeug entworfen. Wichtige Informationen habe man den Kunden einfach nicht mitgeteilt – «absichtlich».

Avia Capital Services erklärt, man habe 35 Millionen Dollar als Vorauszahlung gezahlt. Die will die Firma zurück. Zudem will sie 75 Millionen an verlorenem Umsatz, sowie «weitere Millionen» an Schadenersatz.

Zuvor Auslieferung verschoben

Avias Anwalt Steven Marks erklärt gegenüber der Financial Times, dass Boeing zwar Kompensationen angeboten habe, diese aber ungenügend seien. Laut Marks haben ihn bereits andere Kunden kontaktiert und sich wegen Klagen gegen Boeing informiert. Marks vertritt auch 30 Familien von Opfern, die bei den beiden Abstürzen von Boeing 737 Max ums Leben gekommen sind.

Nur in einem Nebensatz erwähnt wird die Tatsache, dass Avia bereits vor den beiden Abstürzen die Auslieferung von 33 der 35 bestellten Flieger nach hinten verschoben hatte. Ursprünglich hatten die Jets zwischen 2019 und 2022 eintreffen sollen, nun ist der geplante Zeitraum 2022 bis 2024 – falls die Order doch noch zustande kommt. Laut Avia ist man auch bereit, sich zu einigen – was wohl heißt, dass man ein entsprechendes finanzielles Entgegenkommen erwartet.

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