Auf dem Weg nach Leipzig: Air Bridge Cargo Flug RU675 flog einen großen Bogen über Finnland.

Air Bridge CargoRussische Boeing 747 fliegt rätselhaften Umweg über Finnland und Ostsee

Eigentlich fliegt Air Bridge Cargo auf der Route von Moskau nach Leipzig geradeaus Richtung Westen, doch ein Flug machte einen auffälligen Abstecher. Offenbar mit Absicht.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Auf dem Weg von Moskau nach Leipzig nahm eine Boeing 747 von Air Bridge Cargo Airlines am Samstagabend (15. Januar) auf Flug RU675 einen ungewöhnlichen Umweg. Anstatt nach dem Start in Moskau Domodedovo wie üblich geradeaus Richtung Westen zu fliegen, startete das Frachtflugzeug mit der Registrierung VQ-BRH Richtung Norden.

Erst anderthalb Stunden später - bereits auf der Höhe der Mitte Finnlands - drehte es nach links ab. Von dort aus flog die Boeing 747-8 F zunächst über Finnland und schließlich östlich vom schwedischen Gotland die gesamte Ostsee entlang. aeroTELEGRAPH-Recherchen zufolge war der Abstecher schon im Voraus geplant, der Grund ist aber weiterhin ein Rätsel.

Kein schlechtes Wetter

Einen solch großen Umweg bekommt man manchmal zu sehen, wenn extreme Wetterverhältnisse keine direktere Verbindung zulassen. Das ist hier aber gleich auszuschließen, denn es gab zu dem Zeitpunkt kein Unwetter, dem Air Bridge Cargo durch eine extrem nördliche Route hätte ausweichen müssen.

Wenn ein Land die Nutzung seines Luftraums nicht erlaubt, oder eine Airline sich etwa aus Sicherheitsgründen gegen den Überflug bestimmter Länder entscheidet, dann sorgt das schon mal für merkwürdige Umwege. Doch auch das war hier offenbar nicht der Fall. Selbst beim Umfliegen mehrerer Länder wäre ein so weit nördlicher Abstecher sinnlos.

Route war geplant

Gemäß aeroTELEGRAPH vorliegenden Informationen war der abweichende Ablauf des Fluges geplant. Man wusste schon vor dem Start von einer deutlich längeren und zeitintensiveren Route als üblich, sowohl in Russland als auch im Zielland Deutschland. Auch die finnische Luftwaffe hat inzwischen in einer Stellungnahme bestätigt, dass der Flugverlauf von Air Bridge Cargo Airlines geplant war.

An Bord der Boeing 747 befanden sich ausschließlich für DHL in Leipzig bestimmte Container- und Paletten-Ladungen aus Hongkong. Das zu etwa 95 Prozent beladene Flugzeug machte in Moskau Domodedovo offiziell nur einen Tankstopp. Der vorliegende Ladeplan zeigt, dass in Russland keine Fracht ein- oder ausgeladen werden sollte. Der Stopp dauerte insgesamt über zweieinhalb Stunden.

Über finnische Militärstützpunkte geflogen

Finnische Medien berichten derweil besorgt, dass die Route unter anderem an Standorten mehrerer Militärflughäfen in Finnland entlang verlief, darunter ein wichtiger Geheimdienststützpunkt. Das finnische Militär erklärt dazu: «Die Streitkräfte spekulieren nicht über die Absichten von zivilen Fluggesellschaften und deren Flugrouten.»

Auf eine Anfrage von aeroTELEGRAPH bestätigte die Muttergesellschaft Volga-Dnepr Group die Route. «Der Flugplan wurde mit Eurocontrol koordiniert». Die Frage, warum es zu dem Umweg kam, wollte das Unternehmen allerdings nicht beantworten.

Mehr zum Thema

Flug RU675 und eine Boeing 747 von Air Bridge Cargo: Merkwürdiger Umweg.

So versucht Air Bridge Cargo den rätselhaften Umweg zu erklären

ticker-russland

Russland erhöht Finanzierung für Leasing heimischer Flugzeuge deutlich

Tu-214 und drei Mann im Cockpit: S7 Airline könnte deswegen einen Deal platzen lassen.

Auftrag von S7 Airlines für 100 Tupolev Tu-214 wackelt

Antonov An-2 einer Feuerwehreinheit zur Waldbrandbekämpfung: Angetrieben von einem Neunzylinder-Sternmotor.

Wie Russland darum ringt, die Antonov An-2 noch lange in der Luft zu halten

Video

Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies