Letzte Aktualisierung: 16:18 Uhr

United Airlines

Revolte wegen gestrichenem Tomatensaft

United Airlines warf Tomatensaft aus dem Getränkeangebot. Den Passagieren gefiel das gar nicht. Sie setzten sich am Ende gegen die amerikanische Fluggesellschaft durch.

Tomatensaft: Über den Wolken muss die Geschmacksfreiheit wohl grenzenlos sein.

Es geht ums Sparen. Vergangene Woche passte United Airlines das Essens- und Getränkeangebot auf Flügen von weniger als vier Stunden an. So gibt es für Business-Class-Passagiere teilweise statt eines warmen Frühstücks nur noch einen Fruchtteller und Muffins, gewisse Mittagessen wurden durch simple Wraps ersetzt. Auch das Getränkeangebot wurde zusammengestrichen. So gibt es Sprite Zero nicht mehr, genauso wenig bekommt man künftig Jim Beam Devil’s Cut.

Das alles schluckte das fliegende Publikum. Aber etwas kam ihm in den falschen Hals. United hatte es auch gewagt, Tomatensaft aus der Menükarte zu streichen. Die Fluggesellschaft dachte, der Ersatz durch einen fertigen Bloody-Mary-Mix sei ausreichend.

Passagiere reklamieren – und drohen

Weit gefehlt. United sah sich nach Bekanntwerden einer richtigen Revolte gegenüber nachdem das Aus für den Tomatensaft bekannt wurde. Bei Twitter beklagten sich Passagiere Dutzendfach über die Maßnahme. Einige drohten gar damit, wegen des fehlenden Getränkes zur Konkurrenz zu wechseln.

 

Angesichts des heftigen Widerstandes reagierte United. Die Fluggesellschaft schrieb am Donnerstag (10. Mai) bei Twitter: «Ihr sagt Tomate. Wir sagen, wir hören euch». Ab sofort führe man das Getränk wieder.

Druck und Lärm machen das Getränk attraktiv

Tomatensaft ist bei Flugpassagieren allgemein ungewöhnlich beliebt. Lufthansa schenkt jedes Jahr mehr als zwei Millionen Liter davon aus. Damit wird der Saft des Nachtschattengewächses mehr bestellt als Bier. Geschätzte drei bis fünf Prozent des gesamten Tomatensafts wird über den Wolken getrunken.

Zum einen liegt das daran, dass wegen anderem Luftdruck und anderer Luftfeuchtigkeit Speisen und Getränke im Flugzeug anders schmecken als am Boden. Tomatensaft gewinnt dabei an Attraktivität. Am Boden wird er als «erdig, muffig beschrieben», fanden Forscher des Fraunhofer Instituts vor einigen Jahren heraus. «Unter Kabinendruck traten hingegen angenehm fruchtige Gerüche und süße, kühlende Geschmackseindrücke in den Vordergrund».

Lärm beeinflusst auch

Auch der Umgebungslärm hat einen Einfluss. Ist es lauter, wie etwa in einem Flugzeug, haben Menschen mehr Lust auf Herzhaftes – eben wie der Tomatensaft. Das zeigten Untersuchungen der amerikanischen Universität Cornell.



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