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Airline-Ärger in der Südsee

Das Königreich Tonga will mehr Wettbewerb und startet mit Chinas Hilfe eine neue Fluggesellschaft. Der bisherige Monopolist reagiert darauf extrem.

Chathams Pacific

Chatham Pacific, einer der letzten DC-3-Betrieber im Liniendienst, stellt alle Flüge aus Protest ein.

In einer emotionalen dreiseitigen Erklärung tut der neuseeländische Unternehmer Craig Emeny seinen Unmut kund. «Ich habe das Vertrauen in die Regierung verloren», schreibt der Besitzer der kleinen Fluglinie Air Chathams. Er habe über die letzten Jahre sehr viel in Tonga investiert. 2007 habe er quasi aus dem Stand eine Tochtergesellschaft im Inselreich ins Leben gerufen, welche den Inlandsflugverkehr abdeckt. Nun aber schließt er seine Chathams Pacific per 2. März wieder. Grund für diesen Entscheid ist der Entschluss der Regierung von Tonga, eine zweite Fluggesellschaft aus der Taufe zu heben. «Der Markt gibt nicht genug her für zwei Fluggesellschaften», schreibt Emeny

Chathams Pacific verbindet seit fünf Jahren die kleinen Inseln des Königreiches in der Südsee. Genutzt wurde dieser Service hauptsächlich von neuseeländischen Touristen und den Einheimischen. Zur Flotte gehören Kleinflugzeuge wie etwa eine 8-plätzige Britten-Norman Islander oder eine Fairchild Metro für 19 Passagiere. Die Hauptstrecken fliegt Chatham Pacific mit einer Convair 580 und mit einer der letzten kommerziell betriebenen DC-3.

Tiefere Flugpreise

Die Regierung Tongas verteidigt das Vorgehen. Mit der Lancierung einer zweiten Fluggesellschaft will sie den Wettbewerb fördern und erhofft sich so günstigere Flugpreise. «Chathams versprach beim Start günstige Preise, hielt das aber nicht ein. Zudem hätten die Airline-Verantwortlichen immer betont, dass Wettbewerb förderlich sei. «Es war deren Entscheid, jetzt aufzugeben», sagte der Premier-Minister Samiu Vaipulu gegenüber dem australischen ABC-Radio. Es ärgert ihn, dass ein Ticket ins ferne Neuseeland teilweise günstiger sind als ein Flug auf benachbarte Inseln.

Da die neue Airline bereits am 4. März abheben soll, sei die Einstellung der Flüge von Chathams Pacific für das Königreich verkraftbar, so der Premier. Bereits in den letzten Monaten wurden Crew und Techniker in China ausgebildet, welche die neue Fluglinie betreiben sollen. Schon bald soll die erste Turboprop-Maschine, eine chinesische Xi’an MA60, ausgeliefert werden. Es ist ein Typ, der hauptsächlich in Drittweltländern zum Einsatz kommt und von der amerikanischen Aufsichtsbehörde FAA nicht zertifiziert wurde.

Marktverzerrung

Aufgrund der kleinen Flugplätze bat die Regierung von Tonga noch um ein zweites, kleineres Flugzeug des Typs Harbin Y-12. Chathams Pacific kritisiert, dass die Regierung die Maschinen geschenkt bekomme und so der Markt verzerrt werde. Premierminister Vaipulu beteuerte jedoch, dass die Maschinen geleast würden. Zudem soll die neue Airline mit Namen Real Tonga rein privat betrieben werden.

Real Tonga steigt allerdings in einen schwierigen Markt mit kleiner Zielgruppe und starken saisonalen Schwankungen ein. In der Geschichte des kleinen Inselstaates im Südpazifik gaben bereits elf Fluggesellschaften auf.

Zurück nach Neuseeland?

Unklar ist, wie Eigentümer Emeny die bestehende Flotte nach dem 2. März einsetzten will. Gut möglich, dass die Maschinen bei der neuseeländischen Muttergesellschaft Air Chathams eingesetzt werden. Der Chef bat zugleich an, die Flugzeuge an die Regierung zu vermieten, sollte Real Tonga oder die chinesischen Maschinen nicht startklar sein.



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