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Premiere der Golfairline

Qatar Airways präsentiert erstmals Zahlen

Qatar Airways hat genug von den Vorwürfen der westlichen Konkurrenten. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die Fluggesellschaft darum Finanzzahlen publiziert.

aeroTELEGRAPH

Qatar-Airways-Chef Al Baker bei der Präsentation der Zahlen: Er hat genug von der Kritik der Konkurrenten

Akbar Al Baker hatte genug. Endlich wolle er Schluss machen mit den «haltlosen Vorwürfen», die ihm und anderen Golfairlines immer wieder von den westlichen Konkurrenten gemacht werden. Seit längerer Zeit herrscht zwischen den Emirates, Etihad und Qatar und westlichen Konkurrenten – vor allem aus den USA – eine erbitterte Fehde. So werfen etwa die drei großen US-Airlines den Rivalen vom Persischen Golf vor, dass sie vom Staat viel Geld erhielten. Die Konkurrenzsituation sei daher unfair.

«Wenn man jemanden eines Mordes unbedingt überführen will, findet man immer einen Weg», ist das drastische Bild, das Qatar-Airways-Chef Al Baker bei einer Pressekonferenz nutzte, um das Vorgehen der Konkurrenten aus den USA zu beschreiben. Damit sie das nicht mehr tun könnten, wagt er mit Qatar nun die Flucht nach vorn: Die Fluggesellschaft veröffentlicht erstmals Finanzkennzahlen.

Robuste Zahlen

Und die können sich sehen lassen. Vom Fiskaljahr 2014/15 (April 2014 bis März 2015) zum Fiskaljahr 2015/16 hat sich der Reingewinn von Qatar Airways von 373 Millionen auf 1,63 Milliarden Rial (etwa 403 Millionen Euro) fast vervierfacht. Der Betriebsgewinn wurde von 1,1 Milliarden auf 3 Milliarden Rial verbessert. Mit 39.400 Mitarbeitenden erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 35,6 Milliarden Rial oder umgerechnet rund 9,6 Milliarden Euro. Die betriebliche Marge beträgt 8,6 Prozent.

Damit gehört Qatar zu den 25 größten Fluggesellschaften der Welt und liegt ungefähr auf dem Niveau von Air Canada, Korean Air und Aeroflot. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hat die Zahlen testiert. «Damit können wir hoffentlich klarstellen, dass wir robuste Zahlen erwirtschaften und nicht durch Subventionen am Leben gehalten werden», so Al Baker bei einer Präsentation bei der Luftfahrtmesse Farnborough Air Show.

Vorsichtig mit Prognosen

Mit Prognosen für das laufende Fiskaljahr ist Al Baker dennoch vorsichtig. Man müsse nun erst einmal abwarten, welche Auswirkungen der Brexit auf die Branche habe. Dennoch gibt er sich auch zuversichtlich. «Bisher haben wir unsere Erwartungen immer übertroffen», so der Airlinechef.



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