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Comair vor Abbestellung

Polit-Streit in Washington trifft Boeing

Die amerikanische Exportförderungsagentur Ex-Im Bank ist wegen eines Streits zwischen links und rechts blockiert. Dadurch drohen Boeing lukrative Verträge zu entgehen. Die südafrikanische Comair droht bereits mit einem Einkauf anderswo.

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Sitz der Ex-Im Bank in Washington: Nichts geht mehr.

Das Institut existiert seit 1934. Damals wurde es von Präsident Franklin D. Roosevelt gegründet, um die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in der großen wirtschaftlichen Depression anzukurbeln. Die Export-Import Bank – meist kurz Ex-Im Bank genannt – of the United States finanziert seither den Außenhandel mit amerikanischen Produkten, indem sie das Kreditrisiko übernimmt. Sie springt dort ein, wo private Kreditgeber passen.

Das US-Institut tut damit das gleiche wie die AGA Auslandsgeschäftsabsicherung der Bundesrepublik Deutschland, die Serv Schweizerische Exportrisikoversicherung und die Oesterreichische Kontrollbank. Beziehungsweise: Sie tat es. Denn seit dem 1. Juli darf die Ex-Im Bank keine neuen Geschäfte mehr annehmen. Sprich: neue Geschäfte können nicht mehr unterstützt werden. Konservative Abgeordnete im Kongress finden, was die Ex-Im Bank tue, könnten auch private Kreditinstitute.

Comair orderte 8 Boeing 737 – dank Ex-Im-Förderung

Das ist besonders für Boeing eine schlechte Nachricht. Der Flugzeughersteller ist der größte Kunde der Ex-Im Bank. Die Luftfahrt ist insgesamt für rund ein Drittel der Geschäfte zuständig. Ein Kunde von Boeing meldete sich denn auch bereits zu Wort. Im Februar 2011 bestellte die südafrikanische Comair für ihre Billigtochter Kulula 8 Boeing 737-800. Eine Finanzierung durch die Ex-Im Bank sei zentral, schreibt Comair in einem Brief an Boeing.

Die südafrikanischen Banken seien für Kredite von dieser Größe zu klein, so Comair. Und niemand außer der amerikanischen Ex-Im Bank finanziere den Kauf der Flieger in Rand. Und nur das könne sich Comair leisten, da die Einnahmen ja auch in Rand anfielen. Falls es keine Finanzierung gebe, müsse man die Bestellung überdenken und anderswo platzieren.

 

 



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