Positiver Schwangerschaftstest: Für viele Pilotinnen bedeutet das ein Berufsverbot.

Schwangerschaft und MutterschaftPilotinnen klagen wegen Diskriminierung gegen British Airways

Wer schwanger ist, darf nicht mehr fliegen. Das ist die Regel für die Pilotinnen von British Airways. Einige von ihnen sehen das als Diskriminierung - und haben nun rechtliche Schritte gegen die Fluglinie eingeleitet.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Schwanger fliegen ist nicht besonders problematisch – zumindest, wenn die Schwangerschaft normal verläuft und man selbst fit genug ist. Passagierinnen können denn auch bis vier Wochen vor errechnetem Entbindungstermin ohne ärztliches Attest fliegen. Bei fliegendem Personal ist das etwas anders. Je nach Fluggesellschaft müssen Pilotinnen und Flugbegleiterinnen, die schwanger sind, schon früher aufhören zu arbeiten. Teilweise sogar schon, sobald sie von der Schwangerschaft wissen.

Das stößt einigen Pilotinnen von British Airways sauer auf. Sieben von ihnen haben jetzt Klage bei einem Arbeitsgericht gegen ihre Arbeitgeberin eingereicht. Sie werfen ihr Diskriminierung von Schwangeren und neuen Müttern vor. Denn British Airways erteilt allen Pilotinnen Flugverbot, sobald sie schwanger sind. Die britische Zivilluftfahrtbehörde würde es ihnen aber eigentlich erlauben, in den ersten 26 Wochen noch zu fliegen.

Bei Easyjet dürfen Pilotinnen noch eine Weile fliegen

Wenn diese Pilotinnen am Boden bleiben – die Zeit, in der sie stillen miteingeschlossen, erhalten sie eine Mutterschaftsentschädigung. Die Frauen werfen der Airline in der Klage aber vor, dass diese Entschädigung deutlich tiefer ausfällt als das, was man verdient, wenn man fliegen darf. Das, so die Klägerinnen, sei Diskriminierung von British Airways aufgrund der Schwangerschaft und der Mutterschaft.

Andere Fluggesellschaften würden ihren Pilotinnen erlauben, in den ersten Wochen der Schwangerschaft noch zu fliegen, sagt Gerard Airey von der Kanzlei RFB Legal, die die Pilotinnen vertritt. Tatsächlich dürfen etwa bei Easyjet die Pilotinnen noch bis Ende des vierten Monats fliegen. Wenn sie wollen, dürfen sie aber auch schon vorher damit aufhören. Das verlangen auch die Klägerinnen. Sie wollen, dass Schwangere die Wahl haben, ob sie in den ersten 26 Wochen noch abheben wollen oder nicht.

In den USA noch laxere Regeln

Wie viel weniger genau man während der Schwangerschaft erhält, ist nicht klar. Wahrscheinlich geht es dabei aber um den variablen Anteil des Lohnes, der sich bei einigen Airlines auch an der Anzahl der Flugstunden orientiert. Von British Airways heißt es gegenüber aeroTELEGRAPH, die Sicherheit aller Angestellten habe Priorität und man halte sich an alle rechtlichen und regulatorischen Anforderungen, was schwangere Pilotinnen betrifft.

In den USA gab es im vergangenen Jahr eine ähnliche Klage von Pilotinnen der Billigiairline Frontier. Dort dürfen Schwangere zwar bei einigen Airlines noch bis ins dritte Trimester hinein fliegen, doch weil es keine geregelte Elternzeit gibt, liegt es bei den Fluggesellschaften, zu entscheiden, ob und wie die Pilotinnen entschädigt werden. Die Frontier-Pilotinnen warfen der Fluglinie vor, sie unbezahlt in den Mutterschaftsurlaub zu schicken – und nach der Geburt keine Möglichkeiten zum Abpumpen der Muttermilch zu geben.

Flugverbot bei Lufthansa und Condor

Wird bei Lufthansa eine Pilotin schwanger, erhält sie direkt ein faktisches Flugverbot. Die entsprechende Gehaltszahlung wird innerhalb der ersten zwölf Monate von der Krankenkasse über das Aufwendungsausgleichsgesetz erstattet. Danach muss Elternzeit genommen oder wieder geflogen werden. Auch bei Condor dürfen Pilotinnen und Flugbegleiterinnen aus gesundheitlichen Gründen schwanger nicht mehr fliegen.

Mehr zum Thema

Schwangerschaft: Flugbegleiterinnen in Deutschland dürfen nicht mehr fliegen.

Schwanger in Cockpit und Kabine - geht das?

Flugzeug am Himmel: Je näher der Erde, desto geringer die Strahlung.

Die Strahlengefahr beim Fliegen

Flugbegleiterinnen von Qatar Airways: Immer schön lächeln.

Qatar: Problem Schwangerschaft

ticker-easyjet

Easyjet sammelt an Bord Spenden für Flutopfer in Nepal

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack