Hauptstadt Stanley: Bald mit Buenos Aires verbunden?

Aerolineas soll nach Falkland

Kehrtwende von Argentinien: Nun soll die Nationalairline plötzlich auf die britischen Inseln fliegen. Die Bewohner sind skeptisch.

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Drei Stunden und 15 Minuten sprach Cristina Kirchner am Donnerstag zur Eröffnung der diesjährigen Sitzungen des Kongresses. Und die argentinische Präsidentin platzierte in ihrer Rede eine kleine Überraschung. Seit Monaten eskaliert der Streit zwischen dem südamerikanischen Land und Großbritannien um die Falkland-Inseln. Und jeden Moment wurde erwartet, dass Buenos Aires einen Vertrag von 1999 aufkündigt, welcher Flüge von Chile auf das Eiland zulässt. Doch nun tat Kirchner das genaue Gegenteil. Sie habe Außenminister Héctor Timerman gebeten, das Abkommen mit den Briten neu zu verhandeln. Dabei gehe es nicht darum, die Flüge zu unterbinden, sondern neue zu schaffen.

Die Präsidentin blieb nicht im Vagen. Künftig sollen drei Mal wöchentlich Flugzeuge der Nationalairline Aerolineas Argentinas von Buenos Aires abheben, um auf die Falkland Inseln zu fliegen. «Wir wollen zeigen, dass wir keine Gemeinschaft verurteilen», sagte Kirchner in ihrer Rede. Die kämpferische Rhetorik hielt sie aber dennoch aufrecht. «Wir fühlen uns durch die Weigerung des Vereinigten Königreichs erniedrigt, die Unabhängigkeit der Inseln zu verhandeln, wie das die UNO-Resolution von 1965 vorsieht», meinte Kirchner weiter. Sie will deshalb das Thema auch weiterhin vor die UNO-Vollversammlung bringen.

Lieber andere Verbindungen

Auf den Falkland-Inseln, oder Malvinas wie sie die Argentinier nennen, zeigte man sich wenig begeistert vom Vorschlag. Nachdem Argentinien Kreuzfahrtschiffen verbot, das Eiland anzusteuern und auch Beschränkungen für Fischerboote erließ, hat man wenig Interesse an einer Strecke, die durch Buenos Aires kontrolliert wird. Man sei sehr zufrieden mit der Verbindung nach Chile, erklärte Falkland-Gouverneur Nigel Haywood in der argentinischen Tageszeitung Clarin. «Eines der Dinge, die wir suchen, sind Flüge aus anderen Ecken der Welt» sagte er. Eine vor einigen Wochen aufgebrachte Option war eine Direktverbindung ab Miami.

Derzeit fliegt LAN Chile ab Punta Arenas jeden Samstag mit einem Airbus A320 auf dem Mount Pleasant Airport auf die Falkland-Inseln. Zwei Mal im Monat landet er in Río Gallegos im südlichen Argentinien zwischen. Der Flug dient vielen Bewohnern, um sich mit Produkten zu versorgen, die es auf dem Eiland nicht gibt. Zudem bringt er Touristen.

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