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Economy Class

Schlanker Sitz für mehr Komfort

In der Economy sitzt man meist ziemlich eng und ohne Komfort. Das muss nicht sein finden Panasonic und B/E Aerospace und haben einen neuen Sitz vorgestellt.

Runwaygirl Network / YouTube

Superschlank und superleicht: Offenbar haben schon einige Airlines an den neuen Sitzen.

Zuerst wurde der neuartige Sitz einigen Airline-Chefs am Rande der Iata-Jahresversammlung in Doha im Juni gezeigt. Drei Monate später durften sich weitere ausgewählte Manager den Flugzeugsitz hinter verschlossenen Türen bei der Apex Expo im kalifornischen Anaheim anschauen. Die Presse aber hatte keinen Zugang. Nun feierte der Jazz-Sitz endlich auch sein offizielles Debüt. Auf der CES in Las Vegas war er offiziell zu sehen.

Der Sitz soll das Flugerlebnis für die Passagiere deutlich verbessern: Neben dem mittlerweile üblichen Bildschirm und dem kleinen Tischchen gibt es eine Leselampe mit verschiedenen Lichtoptionen und diverse Lademöglichkeiten für elektronische Geräte. Und das alles integriert in einem extrem schlanken Sitz, wie Runwaygirl Network schreibt.

Superleicht, aber gefährlich?

Anders als sonst üblich ist die Elektronik im Sitzbein verstaut – und nimmt so den Passagieren keinen Platz weg. Überhaupt die Sitzbeine: Sie sind «dynamischer» geformt als sonst üblich, erklärt Alex Pozzi von B/E Aerospace. Und das bringt auch Probleme mit sich. Die Beine lassen sich nur schwer maschinell herstellen. Stattdessen wurden 3D-Drucker verwendet. Die Innovation kommt offenbar bei den Fluggesellschaften an: Bei der Vorführung sei plötzlich der Marketingchef einer großen Airline auf dem Boden herumgekrabbelt und sei vollkommen begeistert gewesen von den Sitzbeinen, erinnert sich Pozzi.

Viele Komponenten sind aus leichtem Magnesium, etwa die Armlehnen, und somit superleicht. «Alles in diesem Sitz ist absolut neu», schwärmt Panasonic-Avionics-Marketingchef Neil James. Allerdings bringt Magnesium auch Probleme mit sich: Magnesiumlegierungen sind leicht entzündbar. Beim Jazz wird jedoch nicht ausschließlich mit Legierungen gearbeitet, sondern einzelne Komponenten bestehen komplett aus Magnesium. Pozzi ist deshalb optimistisch, dass die Sitze von den Behörden zugelassen werden.

In 18 bis 24 Monaten auf dem Markt

Einige Details des Sitzes müssen noch verfeinert werden, doch die Hersteller geben sich optimistisch: In 18 bis 24 Monaten könnte der Jazz auf den Markt kommen. Und wie sieht es mit einer Premium-Variante aus? Da gebe es auch einige Entwicklungen, erklärt James. «Aber wir freuen uns immer besonders, neue Economy-Produkte vorzustellen. Denn alle denken, da werde eh nichts verändert.»

Kürzlich hatte auch das französische Unternehmen Expliseat eine neuen Sitz vorgestellt. Mehr dazu lesen sie hier.



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