Concorde von British Airways: Der Unfall bei Paris führte zum Ende des schönsten Jets der Welt.

Drama um Concorde: Neuer Prozess

Sind Continental und ein Ex-EADS-Manager schuld am Concorde-Absturz? Oder doch Air France? Das prüft nun ein Gericht.

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Luftfahrt

Es geht um 113 Opfer. Und die Frage, wer für ihren Tod verantwortlich ist. Ein französisches Gericht befand im Dezember 2010, dass man die Schuldigen ganz genau benennen könne. Es verurteilte Continental Airlines zu einer Strafe von 175'000 Euro und zwei Manager der amerikanischen Fluggesellschaft zu je 18 Monaten Gefängnis auf Bewährung. Und es sprach auch Henri Perrier schuldig, einen ehemaligen Manager der EADS-Vorgängerfirma Aérospatiale. Er bekam zwei Jahre auf Bewährung aufgebrummt. Nun wird der Fall nochmals neu beurteilt. Ab heute Donnerstag (8. März) tagt in Versailles ein Berufungsgericht. Der Berufungsprozess wird voraussichtlich bis zum 9. Mai dauern.

Die zwei Monate rollen ein dramatisches Stück Luftfahrtgeschichte nochmals auf. Am 25. Juli 2000 startete eine Concorde von Air France in Paris Charles de Gaulle mit hundert deutschen Passagieren an Bord, die eine Reise nach New York gebucht hatten. Kurz nach dem Start fing das Flugzeug Feuer. Es stürzte in der Ortschaft Gonesse ab - alle Menschen an Bord von Flug AF4590 und vier am Boden starben. An einen Weiterbetrieb des Überschallfliegers war danach nicht mehr zu denken. Air France und British Airways musterten ihre Concorde in der Folge aus. Die Untersuchung der französischen Behörde Bureau d'Enquetes et d'Analyses pour la securité de l'aviation civile BEA machte damals ein Metallteil als Auslöser der Katastrophe aus, wie sie in ihrem Schlussbericht festhielt. Es war von einer DC-10 von Continental Airlines abgefallen, die kurz vor der Concorde in Paris gestartet war. Das Stück aus Titan zerfetze einen Reifen und die von dort abgesprengten Kunststoffteile ihrerseits schlugen Löcher in den Tank. Der auslaufende Treibstoff entzündete sich - der Absturz wurde unvermeidlich, wie die BEA festhielt.

Neue Zeugen

Anwalt Olivier Metzner hält das Urteil von vor zwei Jahren für «protektionistisch». Man habe die Verantwortung von Air France ganz einfach ignoriert und stattdessen lieber den amerikanischen Konkurrenten belastet. Für seine Kundin Continental Airlines ging Metzner deshalb in Berufung. Vor dem neuen Prozess gibt er sich zuversichtlich. Er habe 18 Zeugen, die gesehen hätten, dass «das Feuer ausgebrochen ist, lange bevor die Concorde über das Metallstück gefahren ist» sagte er zum Radiosender Europe 1. Er könne zudem sechs Zeugen von Air France vorzeigen, die damals «erstaunlicherweise» nicht befragt worden seien. Air-France-Anwalt Fernand Garnault hält dies für Aussagen, die allen Untersuchungsergebnissen widersprechen.

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