Kerosin: Flieger müssen dieses Jahr mehr tanken.

Höherer TreibtoffverbrauchNeue Flugrouten kosten Lufthansa Millionen

Wegen des Staus am Himmel müssen Piloten mehr Warteschleifen fliegen und den unteren Luftraum benutzen. Beides führt bei den Airlines zu deutlich höheren Kosten.

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Fliegen war diesen Sommer für die Passagiere mitunter eine Lotterie. Im Juli beispielsweise war jeder zweite Flug in Europa bei der Ankunft verspätet. Jeder fünfte kam gar mehr als 30 Minuten zu spät an, wie Zahlen der europäischen Flugsicherung Eurocontrol zeigen.

Das Chaos am Himmel verärgert nicht nur die Passagiere. Auch die Fluggesellschaften leiden darunter, nicht nur weil sie ihren Angestellten Überstunden bezahlen müssen. Fast ebenso schwer wiegen die erhöhten Ausgaben für Treibstoff. Sie machen gemäß dem Airlineverband Airlines for America 31 Prozent der Verspätungskosten aus.

Mehr Warteschlaufen = höhere Kosten

Zum einen müssen Fluggesellschaften mehr tanken, weil wegen des Staus am Himmel vermehrt Warteschleifen nötig werden. Wie teuer das ist, zeigt das Beispiel des verstopften Luftraums über London. Auf Flügen von Frankfurt in die Themsestadt führe man seit einiger Zeit schon 0,4 Tonnen mehr Kerosin mit, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr dieser Tage bei einer Veranstaltung.

Das entspricht beim aktuellen Preis zusätzlichen Treibstoffkosten von 245 Euro pro Flug. Angesichts von fast 25 täglichen Flügen von Lufthansa nach London summiert sich das bereits auf mehr als 6000 Euro. Über die ganze Gruppe gesehen kommt man also locker auf Zusatzkosten von mehr als drei Millionen jährlich alleine für die London-Verbindungen. Dieses Jahr wurden Zusatzschlaufen aber auch anderswo nötig - mit entsprechenden Kostenfolgen.

Tiefer fliegen = höhere Kosten

Doch die Warteschleifen sind nicht das Teuerste. Noch schwerer wiegt, dass wegen des verstopften Himmels in Europa vermehrt Flüge durch den unteren Luftraum geführt werden müssen. Dort ist die Luft weniger dünn. Dies bedeutet mehr Luftwiderstand, höherer Kerosinverbrauch und tiefere Geschwindigkeit. «Niedrigeres Fliegen bedeutet höheren Spritverbrauch, so dass wir mehr tanken müssen», bestätigt eine Sprecherin von Lufthansa.

Die Nutzung des unteren Luftraums geht richtig ins Geld. «Für die Lufthansa Group heißt das in diesem Jahr rund 9000 Tonnen mehr Treibstoffverbrauch», so die Sprecherin. Das sind zusätzliche Ausgaben für Kerosin von mehr als 6,4 Millionen Euro.

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