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Eine neue Fluglinie für Westafrika

Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas will eine gemeinsame Regionalfluglinie gründen. Nicht alle halten das für eine gute Idee.

Aadebayo/Wikimedia/CC

Murtala Mohammed International Airport in Lagos, Nigeria.

«Ecoair» soll die Infrastruktur- und Logistikprobleme in Westafrika lösen. Die existierenden Fluggesellschaften seien mit ihren Flugplänen so unzuverlässig und unberechenbar, dass man mit der neuen Fluglinie dagegen vorgehen wolle, so Victor Gbeho, Präsident der Ecowas-Kommission. Viele der Airlines in der Region haben mit finanziellen Schwierigkeiten und Problemen mit der Sicherheit wegen ungenügender technischer Wartung zu kämpfen.

Gleichzeitig munterte er die Fluggesellschaften dazu auf, sich zusammenzuschließen und eine Allianz zu bilden. So könnten sie gemeinsam Zugriff auf die finanziellen Ressourcen der Mitgliedstaaten erhalten und eine bessere Kapitalisierung erlangen. Zu den Ecowas-Mitgliedstaaten zählen Benin, Burkina Faso, die Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kapverde, Liberia, Niger, Nigeria, Senegal, Siera Leone und Togo.

Zuschuss der EU

Mit einem Zuschuss von rund 64 Millionen Euro der Europäische Union will die Staatengemeinschaft auch die Binnengrenzen aufweichen und die Handelswege verbessern. Das bedeutet vor allem die Errichtung fünf neuer Grenzposten entlang den wichtigsten Handelswegen der Region. Langfristig strebe man eine Handelsgemeinschaft mit dem Vorbild der EU an, heisst es bei Ecowas. Die Airline soll bei der wirtschaftlichen Annäherung eine zentrale Rolle bilden. Sie soll aber ein privat geführtes Unternehmen werden, erklärte Gbeho weiter.

Mit den Plänen für Ecoair stösst die Ecowas nicht überall auf Zustimmung. Der Chef der togolesischen Fluggesellschaft Asky, Gervais Koffi Djondo, hat seine Zweifel am Sinn des Vorhabens. «Mit uns gibt es bereits eine gute regionale Fluglinie.» Asky fliegt bereits die ganze Region an. Eine Vielzahl an Fluggesellschaften sei keine Lösung für das Luftfahrtproblem. Er zieht den Vergleich zum Rest der Welt. «Dort schließen sich die Anbieter zusammen, um konkurrenzfähiger zu sein». Um die Existenz zu sichern, solle man also auf eine solche Strategie zählen.



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