Mitsubishi Regional Jet: Kassenschlager oder Sorgenkind?

Strauchelt Japans Hoffnungsträger?

Mitsubishi bastelt am ersten japanischen Passagierflieger seit Jahrzehnten. Der Konzern könnte sich damit übernommen haben.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Einen technologischen Durchbruch soll er bedeuten und der Konkurrenz das Fürchten lehren. Und er soll sparsam sein, leichter, sicherer, aerodynamischer als die Konkurrenz. Das tut er bis jetzt zumindest auf dem Papier: Der neue Regionalflieger MRJ von Mitsubishi ist das erste Passagierflugzeug, das seit den Sechzigerjahren in Japan produziert wird.

Nur: Genau diese Vorteile bergen auch Risiken für das Unternehmen. Anstatt sich auf ein schon bewährtes Triebwerk zu verlassen, verwendet Mitsubishi für das neue Flugzeug brandneue Bypass-Triebwerke von Pratt & Whitney. Dadurch steigt zwar die Treibstoffeffizienz. Aber es steigt auch das operative und finanzielle Risiko für die Abnehmer, falls sich bei den Triebwerken Kinderkrankheiten zeigen sollten. Mitsubishi hat sich für Aluminium als Werkstoff entschieden. Als man 2007 bekannt gab, an dem Jet für 70 bis 90 Passagiere zu arbeiten, hatte man noch mit Verbundwerkstoffen geplant. 2009 entschied man sich dann doch für das leichte Material - ebenfalls, um die Effizienz des Fliegers zu steigern.

Das Risiko des Wiederverkaufswertes

Preiswerter dürfte der Flieger damit nicht geworden sein. Was ein Problem ist. Die Abnehmer sind hauptsächlich Regionalfluglinien, beträgt die Reichweite doch nur 3410 Kilometer. Und gerade die kleineren Airlines müssen in Zeiten hoher Treibstoffpreise und verstärkter Konkurrenz auch aufs Geld achten. Bei der Kaufentscheidung spielt daher nicht nur die Frage eine Rolle, ob das Flugzeug sparsam ist, sondern ob es sich auch gut weiter verkaufen ließe. Bei einem komplett neuen Flieger, der noch nicht erprobt ist, besteht das Risiko, dass der Wiederverkaufswert nicht tief ist - was auch den Verkaufspreis drückt, den Mitsubishi verlangen kann.

Bleibt also die Frage, ob sich Mitsubishi mit dem Projekt nicht etwas zu viel aufgebürdet hat. Auch den Zeitplan konnte der Konzern nicht einhalten: Nachdem zunächst die Auslieferung der ersten Flieger für 2012 geplant war, gab Mitsubishi 2009 bekannt, dass diese sich um zwei Jahre verzögert. Einher ging das mit der Überarbeitung des Designs, das auch die Entscheidung für den anderen Werkstoff zur Folge hatte. Bisher verzeichnet Mitsubishi etwa 70 Bestellungen und 60 Optionen für den Regionalflieger.

Mehr zum Thema

ticker-japan

Japan verbietet Nutzung von Powerbanks an Bord von Flugzeugen

Flughafen Tokio-Haneda mit dem Fuji im Hintergrund: Japanische Airlines sollen sich bei Inlandsflügen künftig abstimmen.

Japan will mit abgestimmten Flugplänen unwirtschaftliche Strecken erhalten

Cathay Pacific unterwegs mit A350-900

Mit Cathay Pacific stilvoll zu Traumzielen in Asien und Australien

Airbus a330 von China Eastern im Hintergrund steht ein Flugzeug von Japan Airlines: Chinesische Airlines erleben derzeit eine Stornierungswelle für Japan-Flüge.

Chinesische Airlines annullieren massenweise Japan-Flüge

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack