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Tarifstreit

Lufthansa und Piloten erzielen Einigung

Die Lufthansa und die Vereinigung Cockpit haben sich auf dem Weg zu einer Gesamtlösung geeinigt. Noch ist der Deal allerdings unverbindlich.

Simeon Lüthi/aeroTELEGRAPH

Maschinen von Lufthansa: Es sieht nach einem Tariffrieden aus.

Zwischen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit (VC) stehen die Zeichen auf Versöhnung: Beiden ist es laut der Piloten-Gewerkschaft gelungen, «eine Absichtserklärung zu einer verschiedene Tarifverträge betreffenden Gesamtlösung zu vereinbaren». Die Fluggesellschaft nennt das Ganze eine «zunächst noch unverbindliche Grundsatzeinigung für eine Gesamtlösung aller offenen Tarifthemen».

Diese Grundsatzeinigung soll Lufthansa zufolge auch die im Februar 2017 in der Schlichtung zum Vergütungstarifvertrag vereinbarten Punkte ersetzen. Der Vorstand halte «die Überführung dieser Grundsatzeinigung in rechtlich verbindliche Verträge zum jetzigen Zeitpunkt für überwiegend wahrscheinlich», heißt es in einer Mitteilung.

«Absenkung der Cockpitstückkosten um 15 Prozent»

Die Vereinigung Cockpit erklärt: «Im Wesentlichen sichert die VC der Lufthansa für die vom Konzerntarifvertrag umfassten Flugbetriebe strukturell nachhaltig verbesserte Cockpitpersonalkosten zu.» Dies geschehe durch eine durchschnittliche Absenkung der Cockpitstückkosten um 15 Prozent. «Im Gegenzug verpflichtet sich der Konzernvorstand, die Arbeitsplätze des Cockpitpersonals bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings zu schützen und darüber hinaus Perspektiven und Karrieremöglichkeiten zu schaffen», heißt es in der VC-Mitteilung.

Lufthansa führt die Inhalte der Grundsatzeinigung in Stichpunktform wie folgt auf:

  • Der Abschluss langjähriger Vergütungs-, Mantel- und Übergangs- und Altersversorgungs-Tarifverträge mit einer Laufzeit bis mindestens Juni 2022.
  • Die Umstellung zukünftiger Ansprüche auf Altersversorgung von einem System garantierter Auszahlungen (Defined Benefit) auf ein System garantierter Beiträge (Defined Contribution) sowie die sukzessive Anhebung des Ausscheidealters im Rahmen der Übergangsversorgung auf durchschnittlich 60 Jahre.
  • Die Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung hätte voraussichtlich im Geschäftsjahr 2017 eine einmalige entlastende Wirkung in den Pensionsverbindlichkeiten von einem hohen dreistelligen Millionen-Eurobetrag und einen positiven Effekt im Ebit der Gesellschaft.
  • Produktivitätsverbesserungen für aktuelle Mitarbeiter und Neueinsteiger sowie die Einführung einer neuen Vergütungsstruktur.
  • Vereinbarte und zeitlich gestaffelte Gehaltserhöhungen von insgesamt 11,4% und eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern für eine Laufzeit von Mai 2012 bis Juni 2022.

Weitere Eckpunkte der Grundsatzeinigung zu strukturellen Fragen sind laut Lufthansa:

  • Die Bereederung von mindestens 325 Flugzeugen bei den genannten Fluggesellschaften mit Cockpitpersonal des sogenannten Konzerntarifvertrags zu den oben genannten Bedingungen bis zum Ende der Laufzeit.
  • In diesem Zusammenhang die Schaffung von mindestens 600 Kapitänsanwärterstellen im Konzerntarifvertrag bis Ende 2022 und perspektivisch die Einstellung von mehr als 700 Nachwuchsflugzeugführern.



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