Lufthansa-Jet in München: Fliegen Piloten bald leihweise für eine andere Airline?

Slot-AuflagenLufthansa muss der Konkurrenz Piloten ausleihen

Die deutsche Fluglinie muss in Frankfurt und München nicht nur Slots an Konkurrenten abgeben. Bei Bedarf muss sie sogar die Crews für Flugzeuge der Konkurrenz zur Verfügung stellen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Noch ist nichts passiert. Zwar stimmte Deutschland den Auflagen der EU für die Staatshilfe zu. Und als Folge muss Lufthansa Slots in Frankfurt und München abgeben. Doch erfolgreich beworben um die Start- und Landerechte hat sich bisher noch kein Konkurrent.

Das kann sich ändern. Denn Lufthansa muss die Slots für insgesamt sechs aufeinander folgende Saisons zur Verfügung stellen. Dies gilt allerdings erst, sobald die Zeitnischen für Starts und Landungen wieder verfallen, wenn sie nicht genutzt werden. Das ist im Sommer 2021 noch nicht der Fall.

Lufthansa muss Personal stellen

Mit der Auflage hat Brüssel ein klares Ziel. An den Flughäfen Frankfurt und München soll je ein Wettbewerber «bis zu vier Flugzeuge» stationieren können. Lufthansa hat dafür «bis zu 24 Start- und Landerechte (Slots), also rechnerisch drei Start- und drei Landerechte pro Flugzeug und Tag, zu übertragen», wie die Airline es selber formuliert. Doch das ist noch nicht alles.

Im offiziellen EU-Dokument State Aid SA.57153 finden sich weitere Details. Etwa dazu, was Lufthansa den Käufern auf deren Wunsch hin neben den Slots zu Verfügung stellen muss - unter anderem «entsprechendes Personal (Kabine/Cockpit) für den Betrieb der Basen».

Was kann Lufthansa dafür berechnen?

Wenn also ein Konkurrent die Slots erwirbt und dies wünscht, muss Lufthansa ihm das Personal für dessen Flugzeuge zur Verfügung stellen. Es ist nicht die Rede davon, dass Lufthansa dies kostenlos oder auch nur zu marktüblichen Preisen tun muss.

Auch gibt es keine Aussagen dazu, was geschieht, wenn der Käufer ein Flugzeugmodell betreibt, für das Lufthansa keine Piloten hat. Allerdings sind im offiziell zugänglichen EU-Dokument auch nicht alle Details enthalten, weil gewisse Dinge aus Gründen des Schutzes von unternehmensinternen Daten nicht öffentlich gemacht werden.

Lufthansa und EU schweigen zum Thema

aeroTELEGRAPH wollte weitere Informationen zu der ungewöhnlichen Auflage erhalten, doch es scheint sich dabei um ein sprichwörtlich heißes Eisen zu handeln. Weder Lufthansa noch die EU-Kommission oder der von ihr eingesetzte Überwachungstreuhänder Smith & Williamson wollten Fragen zum Thema beantworten.

Mehr zum Thema

Lufthansa-Jet in München: Die Airline muss Slots abgeben - falls es Bieter gibt.

Lufthansa-Slots entpuppen sich als Ladenhüter

EU-Flagge auf Lufthansa-Flieger: Einigung mit Brüssel.

Lufthansa gibt an Drehkreuzen je Slots für vier Jets ab

Lufthansa-Jet am Flughafen München: Sehr hoher Marktanteil.

Lufthansas Macht in Frankfurt und München

Lufthansa-Jet in Bremen (Archivbild): Die Frankfurt-Flüge kehren zurück.

Lufthansa nimmt Flüge zwischen Bremen und Frankfurt wieder auf

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier