Lufthansa-Flieger: Emirates gibt sich interessiert

Emirates flirtet mit Lufthansa

Irgendetwas tut sich am Golf. Nach Gerüchten um eine Allianz mit Qatar spricht Emirates-Chef Tim Clark nun über eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa.

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Es sind ganz neue Töne, die Emirates-Chef Tim Clark anschlägt. «Wir würden ein bilaterales Abkommen durchaus in Erwägung ziehen», erklärte er am Montag (6. Mai) bei der Branchenkonferenz Arabian Travel Market. Er bezieht sich dabei konkret auf eine potenzielle Allianz mit Deutschlands größter Fluggesellschaft, wie das Nachrichtenportal Arabian Business berichtet. Doch dazu müsste sich in der Unternehmenskultur der Lufthansa noch einiges ändern, so der Manager. «Sie bräuchten ein anderes Geschäftsmodell.»

Wenn die Deutschen sich vorstellen könnten, mit Emirates Geschäfte zu machen, dann sei alles möglich. «Die Allianzen lockern sich auf, neue Partnerschaften entstehen», so Clark. «Wer hätte noch vor ein paar Jahren gedacht, dass ein Traditionsanbieter wie Air France mit einer Golfairline wie Etihad zusammenspannt?» Die Franzosen sind mit dem Emirates-Konkurrenten aus Abu Dhabi ein Codeshare-Abkommen eingegangen. An Lufthansa-Konkurrent Air Berlin ist Etihad außerdem mit rund 30 Prozent beteiligt.

Noch vor einem Jahr ganz anders

Noch vor einem Jahr sah alles ganz anders aus. «Lufthansa hasst uns leidenschaftlich» sagte damals Clarks Stellvertreter Maurice Flanagan. Er verdächtigte die deutsche Fluggesellschaft, es der Konkurrentin aus Dubai extra schwer zu machen. Seit einigen Jahren schon kämpft Emirates um Landerechte in Berlin, die die Regierung der Airline verwehrt.

Doch Clark machte nun auch in dieser Richtung einen erstaunlichen Stimmungswechsel durch. «Wir dürfen nicht vergessen, dass die Deutschen zu uns sehr großzügig sind» so der Manager. Man dürfe vier Flughäfen der Wahl anfliegen, das sei mehr, als man aus den meisten Ländern erhalte. «Nun sind sie also etwas schwierig, weil sie ihren Nationalanbieter schützen wollen. Das müssen wir ihnen schon zugestehen.» Man werde mit der Entscheidung leben. Auch wenn Emirates natürlich der deutschen Wirtschaft viele Vorteile brächte. «Wir arbeiten weiter daran», so Clark.

Auch Qatar interessiert

Die Lufthansa ist nicht die einzige Fluglinie, über deren Zusammenarbeit mit Emirates die Branche gerade diskutiert. Fast zeitgleich preschte auch Akbar Al Baker, Chef von Qatar Airways vor. In einem Interview – ebenfalls mit Arabian Business - machte er sich für eine Allianz mit Emirates stark. Mit Lufthansa-Partner Jetblue in Amerika unterhält Emirates bereits ein Codeshare-Abkommen.

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