Computer-Code: Er sorgte für Chaos über London.

Luftraumsperrung in LondonDie Zeile, die für Chaos sorgte

Zehntausende Passagiere litten Mitte Dezember darunter, dass der Luftraum über London total gesperrt war. Nun ist der Grund für die Störung bekannt.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Fast eine Stunde lang konnten am 12. Dezember keine Flugzeuge den Luftraum über Südengland überfliegen. Zehntausende Passagiere mussten stundenlang warten oder konnten gar nicht an ihr Ziel gelangen, weil ihr Flug ausfiel. Letzte Auswirkungen waren noch bis am Tag danach zu spüren. Doch was war der Grund für den immensen Zwischenfall? Die britische Zivilluftfahrtbehörde hat nun einen vorläufigen Bericht über den Zwischenfall veröffentlicht. Und der zeigt, dass man auch bei größter Vorsicht nie sicher vor dem Zufall ist.

Der Übeltäter war in diesem Fall weder Mensch noch Maschine – zumindest nicht aus der Gegenwart. Er findet sich in einer Zeile Code, die Programmierer vor mehr als 20 Jahren verfassten. Damals wurde das System der britischen Flugsicherheit Nats (National Air Traffic Services) geschaffen. Der Fehler versteckte sich in einer von vier Millionen Code-Zeilen, welche die fünfzig Systeme am Nats-Standort Swanwick ausmachen, an dem der Ausfall stattfand.

Nur eine falsche Zahl

Gefunden haben die Ermittler die böse Code-Zeile im so genannten System Flight Server. Dieser beinhaltet die Daten, die die Cockpit-Crews nutzen. Damit dieser nicht heiß läuft, ist er auf eine gewisse Höchstleistung festgelegt. Und die stand in der Codezeile. In einem Update, welches im November durchgeführt wurde, haben die Programmierer die Höchstleistung allerdings versehentlich verringert. Bei einem Check am Abend des 12. Dezember bemerkte das System dann die Diskrepanz - und ging davon aus, dass mehr einzelne Abläufe stattfanden als maximal erlaubt waren. Die Folge: Das System schaltete sich selbst ab.

Eigentlich gibt es genau für solche Fälle Backup-Systeme. Doch weil die von den Lotsen ebenfalls in die so genannte «Watching Mode» geschaltet worden war, bei dem sie im Hintergrund Checks durchführen, fanden die Ersatzsysteme dieselbe problematische Codezeile. Auch sie schalteten sich ab. Es sei das erste Mal in der Geschichte des Flight System Server, heißt es in dem Untersuchungsbericht, dass sich alle Systeme gleichzeitig abgeschaltet hätten.

Wechsel zu internetbasierten Systemen

Die Flugsicherung versichert, dass man das Problem inzwischen angegangen sei und so ein Zwischenfall nicht noch einmal vorkommen werde. Nats-Chef Richard Deakin kündigte an, dass man hart daran arbeite, die Systeme zu erneuern. «In den kommenden fünf Jahren werden wir zu internetbasierten Systemen wechseln. Die sind wesentlich belastbarer als das, was wir heute haben.»

Mehr zum Thema

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Flieger von Air Canada: Kanada erlebt einen Tourismusboom.

USA sind out - noch nie gab es so viele Flüge aus Europa nach Kanada

Die Golden Gate Bridge am Eingang der San Francisco Bay: Buchungen aus Westeuropa im Minus für den Sommer.

Sommerflaute: Nachfrage für Flüge zwischen Europa und USA erholt sich kaum

Video

Das Heck ragt in den Himmel.
Eine Boeing 787 fiel am Gate in Frankfurt auf die Nase. Am Vortag soll es eine Fehlermeldung und einen Technikauftrag für den Dreamliner on Lufthansa gegeben haben.
Timo Nowack
Timo Nowack
guayaquil airbus a350 iberia
Es sollte ein freudiger Moment werden, aber endete mit einem Flugzeug, das nicht mehr abheben konnte. Am Flughafen Guayaquil in Ecuador ist ein Airbus A350 von Iberia beim Wassersalut mit einem Feuerwehrfahrzeug kollidiert.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die D-ABPQ liegt auf der Nase: Die Boeing 787-9 sollte nach Los Angeles fliegen.
Zwischenfall am Flughafen Frankfurt: Das Bugfahrwerk einer Boeing 787 von Lufthansa knickte am Gate ein. Der Dreamliner wurde dabei erheblich beschädigt. Es gab auch mehrere Verletzte unter Crew und Bodenmitarbeitenden.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin