Computer-Code: Er sorgte für Chaos über London.

Luftraumsperrung in LondonDie Zeile, die für Chaos sorgte

Zehntausende Passagiere litten Mitte Dezember darunter, dass der Luftraum über London total gesperrt war. Nun ist der Grund für die Störung bekannt.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Fast eine Stunde lang konnten am 12. Dezember keine Flugzeuge den Luftraum über Südengland überfliegen. Zehntausende Passagiere mussten stundenlang warten oder konnten gar nicht an ihr Ziel gelangen, weil ihr Flug ausfiel. Letzte Auswirkungen waren noch bis am Tag danach zu spüren. Doch was war der Grund für den immensen Zwischenfall? Die britische Zivilluftfahrtbehörde hat nun einen vorläufigen Bericht über den Zwischenfall veröffentlicht. Und der zeigt, dass man auch bei größter Vorsicht nie sicher vor dem Zufall ist.

Der Übeltäter war in diesem Fall weder Mensch noch Maschine – zumindest nicht aus der Gegenwart. Er findet sich in einer Zeile Code, die Programmierer vor mehr als 20 Jahren verfassten. Damals wurde das System der britischen Flugsicherheit Nats (National Air Traffic Services) geschaffen. Der Fehler versteckte sich in einer von vier Millionen Code-Zeilen, welche die fünfzig Systeme am Nats-Standort Swanwick ausmachen, an dem der Ausfall stattfand.

Nur eine falsche Zahl

Gefunden haben die Ermittler die böse Code-Zeile im so genannten System Flight Server. Dieser beinhaltet die Daten, die die Cockpit-Crews nutzen. Damit dieser nicht heiß läuft, ist er auf eine gewisse Höchstleistung festgelegt. Und die stand in der Codezeile. In einem Update, welches im November durchgeführt wurde, haben die Programmierer die Höchstleistung allerdings versehentlich verringert. Bei einem Check am Abend des 12. Dezember bemerkte das System dann die Diskrepanz - und ging davon aus, dass mehr einzelne Abläufe stattfanden als maximal erlaubt waren. Die Folge: Das System schaltete sich selbst ab.

Eigentlich gibt es genau für solche Fälle Backup-Systeme. Doch weil die von den Lotsen ebenfalls in die so genannte «Watching Mode» geschaltet worden war, bei dem sie im Hintergrund Checks durchführen, fanden die Ersatzsysteme dieselbe problematische Codezeile. Auch sie schalteten sich ab. Es sei das erste Mal in der Geschichte des Flight System Server, heißt es in dem Untersuchungsbericht, dass sich alle Systeme gleichzeitig abgeschaltet hätten.

Wechsel zu internetbasierten Systemen

Die Flugsicherung versichert, dass man das Problem inzwischen angegangen sei und so ein Zwischenfall nicht noch einmal vorkommen werde. Nats-Chef Richard Deakin kündigte an, dass man hart daran arbeite, die Systeme zu erneuern. «In den kommenden fünf Jahren werden wir zu internetbasierten Systemen wechseln. Die sind wesentlich belastbarer als das, was wir heute haben.»

Mehr zum Thema

sri lankan airlines airbus a330 300

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair Malta Air Boeing 737-800 Landung

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Flieger von Air Canada: Kanada erlebt einen Tourismusboom.

USA sind out - noch nie gab es so viele Flüge aus Europa nach Kanada

Die Golden Gate Bridge am Eingang der San Francisco Bay: Beide Flughäfen in der Nähe.

Sommerflaute: Nachfrage für Flüge zwischen Europa und USA erholt sich kaum

Video

Der Airbus A321 Neo von Frontier: Die Passagiere verließen das Flugzeug über die Notrutschen.
Dramatische Szenen am Flughafen Denver: Ein Airbus A321 Neo von Frontier Airlines stoppte den Startlauf abrupt, nachdem eine Person auf der Piste erfasst worden war.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der Moment vor der Berührung: Die Boeing 767 von United fliegt extrem niedrig an.
Eine Boeing 767 von United Airlines ist bei der Landung in Newark extrem tief geflogen. Neue Videoaufnahmen zeigen nun von außen, wie das Hauptfahrwerk den Lastwagen auf der Autobahn berührte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin