Die deutsche Bundesregierung plant, die Luftverkehrsabgabe ab Juli zu reduzieren, um die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte zu stärken. Doch aktuell bleibt unklar, wie sehr Reisende davon profitieren. Enorm hohe Kosten infolge des Iran-Krieges belasten Fluggesellschaften auf der ganzen Welt. Die Senkung ist daher nur eine kleine Entlastung. «Immerhin», wird man sich bei KLM denken. Denn in deren Heimatland soll die Steuer stark steigen.
Laut der niederländischen Nationalairline könnte sie bis 2027 im Schnitt auf über 40 Euro pro Ticket klettern. Das wäre mehr als acht Mal so viel wie der europäische Durchschnitt von rund fünf Euro. Für Passagiere hätte das spürbare Folgen. KLM befürchtet, dass Reisende verstärkt auf Flughäfen im Ausland ausweichen. Schon heute würden laut KLM viele Passagiere diese Option prüfen.
Je nach Strecke hohe Unterschiede
Die geplante Erhöhung der Flugticketsteuer in den Niederlanden fällt je nach Strecke sehr unterschiedlich aus. Während Kurzstreckenflüge unverändert bei rund 30 Euro bleiben, wird es auf Mittelstrecken deutlich teurer: Für Ziele wie Marokko oder Ägypten steigt die Abgabe um rund 60 Prozent auf etwa 48 Euro. Besonders stark trifft es die Langstrecke. Flüge etwa in die USA, nach Suriname oder Indonesien werden mit rund 72 Euro belastet – ein Plus von etwa 140 Prozent gegenüber heute.
Im europäischen Vergleich rücken die Niederlande damit klar an die Spitze. Für eine vierköpfige Familie summiert sich die Abgabe im Schnitt auf rund 164 Euro. In Deutschland liegt sie bei etwa 92 Euro, in Kroatien und Finnland bei jeweils rund 4 Euro.
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