Airbus A300-600 von Kuwait Airways: Darf nicht mehr fliegen.

Kuwait Airways groundet fünf Airbus

Die Regierung befiehlt ihrer Fluglinie, die altersschwachen A300 aus dem Verkehr zu ziehen. Das könnte erst der Anfang sein.

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Unter den 186 Passagieren brach Panik aus. Der Pilot des Airbus A300-600 auf Flug KU785 von Kuwait City in die saudische Hafenstadt Jeddah meldete eine Viertelstunde vor der Landung Feuer in einem Triebwerk. Kurze Zeit später versagte gemäß Medienberichten offenbar auch der zweite Motor. Die Sauerstoffmasken fielen von der Kabinendecke und einige Reisende begannen zu schreien, wie Anwesende in saudischen Zeitungen berichteten. Die Crew entschied sich daraufhin umgehend zu einer Notlandung in der Stadt Medina. Die gelang ohne Probleme. Doch für die Fluggesellschaft hat der Vorfall vom vergangenen Mittwoch (4. Juli) Folgen. Die Regierung befahl ihr, fünf Flugzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. Damit wurde die Flotte auf einen Schlag beinahe um ein Drittel auf 12 Maschinen verkleinert.

Der Schritt der Regierung kommt nicht ganz aus heiterem Himmel. In letzter Zeit kam es immer wieder zu technischen Störfällen. Denn der Flugzeugpark der staatlichen Airline ist überaltert. «Die Sicherheitssituation verschlechterte sich», sagte Kommunikationsminister Salem Al-Othainah gemäß der Zeitung Kuwait Times. Die A300 mit der Notlandung in Medina beispielsweise wurde 1993 gebaut. Darum wurden nun gleich alle fünf A300 in der Flotte gegroundet. Sie haben ein Durchschnittsalter von über zwanzig Jahren. Finanzielle Verluste seien «nicht wichtig, solange es um die Sicherheit der Passagiere geht», so Al-Othainah gemäß der Nachrichtenagentur Kuna. «Es gibt keinen Spielraum, wenn es um Menschenleben geht.» Die Regierung behält sich offenbar auch vor, noch mehr Flieger aus dem Verkehr zu ziehen.

Privatisierung verschoben

Doch es könnte noch schlimmer kommen. Anwalt Hawra Al Habeeb klagte am Montag vor Gericht gegen Kuwait Airways und verlangte die Einstellung aller Flüge. «Die Fehlfunktionen bei Flugzeugen von Kuwait Airways stellen eine große Gefahr für die Leben der Passagiere dar», begründete er seinen Antrag. Die Regierung solle deshalb nun eine unabhängige Expertenkommission einsetzen um zu prüfen, ob die Flotte noch flugtüchtig sei.

Die kuwaitische Regierung versucht ihre Fluglinie seit längerem zu privatisieren. In den letzten 21 Jahren schrieb sie mit einer Ausnahme nur Verluste. Im Juni beschloss das Parlament nun, die Privatisierung um drei Jahre zu verschieben. Zuerst soll die Flotte erneuert werden. Dazu will die Regierung für Kuwait Airways zehn neue Flieger kaufen.

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