Der Fughafen von Khartoum: Rund herum sind Häuser, es bleibt kaum Platz zum Ausbau.

KhartoumSudan ging Geld für Bau des neuen Flughafens aus

Der Flughafen der Hauptstadt des Sudans ist überlastet, ein neuer wurde bereits gebaut. Doch die Bauarbeiten in Khartoum wurden gestoppt.

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Hongkong-Kai Tak, der alte Aeropuerto Internacional Mariscal Sucre von Quito, London City – Flughäfen in Großstädten, umgeben von Häusern, haben bei Luftfahrtfans schon immer für Begeisterung gesorgt. Für Betreiber sieht das anders aus. So auch beim Flughafen Khartoum. 1947 wurde er in der Nähe der sudanesischen Hauptstadt eröffnet.

Mittlerweile ist der nur vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernte Flughafen umgeben von hohen Häusern und Wohnblocks. Viel Platz zum Ausbauen gibt es deshalb nicht mehr. Und das, obwohl die Passagierzahlen um etwa 5 Prozent im Jahr steigen. Verspätungen und Flugausfälle sind das Ergebnis.

Weit weg vom Zentrum geplant

Um das Problem zu lösen, startete die sudanesische Regierung 2019 mit dem Bau eines neuen Flughafens für die Hauptstadt. Für 1,15 Milliarden Dollar sollte ein Airport mit zwei Start- und Landebahnen entstehen, vorerst mit einer Kapazität für sechs Millionen Passagiere.

Rund 40 Kilometer südlich von Khartoum begannen die Bauarbeiten, 36 Monate waren für die Errichtung geplant. Ein Mitarbeiter einer Baufirma sagte dem Portal African Aerospace allerdings, dass die Arbeiten schon vor über einem Jahr eingestellt wurden. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie wieder aufgenommen werden.

Wirtschaft liegt am Boden

Der Grund für die Einstellung des Projekts ist offensichtlich. Die wirtschaftliche Lage des Sudans ist sehr angespannt. Die Bevölkerung leidet unter einer hohen Inflation. Zudem strichen die USA Gelder für das Land und sanktionierten den Sudan. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt heute bei einem Viertel des Werts von 2015.

Nach der Absetzung des langjährigen Diktators Omar al-Bashir sortiert sich das Land neu- Dabei wird jedes Geld gebraucht, das der ehemalige Ölstaat noch hat. Die Gestaltung des neuen Flughafens ist dabei offenbar keine Priorität, trotzdem muss man sich etwas einfallen lassen.

Doch Ausbau am alten Ort

Da ein neuer Flughafen für Khartoum aktuell keine Option ist, werden die Möglichkeiten für Nachbesserungen am stadtnahen Flughafen gesucht. Scheinbar gibt es eine Vielzahl an Optionen, wie etwa der Ausbau des Terminals, des Vorfelds und der Start- und Landebahn.

Ob das Geld für die Pläne ausreicht, hängt aber nicht nur vom Staat ab. Sollten die Vereinigten Staaten in Zukunft wieder Unterstützungsgelder an den Sudan zahlen, ist eine große finanzielle Hürde zum Ausbau des Flughafens beseitigt.

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