Heckfloss der Boeing B747-8I: Treibstoffzuschläge vereinen diverse Faktoren.

Warten auf tiefere Treibstoffzuschläge

Der Kerosinpreis sinkt. Während der Zuschlag für Fracht reduziert wird, lassen ihn Lufthansa & Co. für Passagiere unverändert.

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Der Abschlag ist nicht groß, aber dennoch spürbar. Um vier Prozent reduziert die Frachttochter der deutschen Airline ihren Treibstoffzuschlag. Damit wird die Erhöhung vom März wieder rückgängig gemacht. Statt 1.20 Euro pro Kilogramm wird von Lufthansa Cargo ab dem 25. Juni nur noch 1.15 Euro verrechnet, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires meldet. In der Tat sank der Preis für Kerosin in den letzten Wochen markant. Er liegt heute 11,5 Prozent tiefer als vor einem Monat und über ein Jahr gesehen beträgt der Rückgang gar 15 Prozent. Experten machen neben markttechnischen Faktoren vor allem ein vergrößertes Angebot für den Rückgang verantwortlich.

Trotz der deutlichen Entspannung beim Kerosin wollen die Fluggesellschaften die Treibstoffzuschläge für Passagiere nicht reduzieren.«Gegenwärtig bestehen diesbezüglich keine Pläne», erklärt eine Sprecherin von Swiss gegenüber aeroTELEGRAPH. Man beobachte aber die Situation und werde bei Bedarf entsprechend reagieren. Auch Air Berlin sieht keinen Handlungsbedarf. «Eine Senkung der Zuschläge für Passagiere ist derzeit nicht geplant», so ein Medienvertreter. «Bei der Berechnung des Treibstoffzuschlags spielen verschiedenste Faktoren eine Rolle, welche die aktuelle Höhe bestimmt. Diese sind neben der Entwicklung des Ölpreises auf den verschiedenen weltweiten Märkten auch Währungseffekte sowie die Sicherungsgeschäfte zur besseren Kalkulierbarkeit der Treibstoffkosten», erklärt Boris Ogursky von der Lufthansa. Man bewege sich in einem anderen Markt als die Cargo-Tochter. «Mit den Treibstoffzuschlägen geben wir nur einen kleinen Teil der Kerosin- bzw. Ölpreise an den Markt weiter. Den Löwenanteil dieser Kostenbelastung tragen wir selbst», betont auch Austrian-Sprecher Michael Braun.

Unberechenbare Märkte für Kerosin

Experten geben den Fluggesellschaften insofern recht, dass die Lage an den Kersoinmärkten unsicher ist. Derzeit ist das Angebot zwar groß. Doch der Lage wird nicht getraut. «Es braucht nicht viel, bis die Preise wieder in die andere Richtung gehen», sagte ein Händler dem Rohstoff-Fachportal Platts. Austrian betont deshalb, man stütze sich auf eine längere Beobachtung des Preisniveaus ab. «Wir erhöhen den Kerosinzuschlag nicht, nur weil er mal ein paar Tage oder eine Woche ein vorübergehendes Höchstniveau erreicht. Und das gilt auch im umgekehrten Fall», so Braun. Man wolle die Konsumenten nicht verunsichern, sondern Vertrauen in seine stabile Preisgestaltung schaffen.

Wenn auch derzeit keine Reduktionen angekündigt sind - die Passagiere könnten dennoch noch zu einem Abschlag kommen. «Wir beobachten intensiv. Eine Senkung der Zuschläge kann auch sehr kurzfristig erfolgen» sagt dazu Austrian-Vertreter Braun. Und auch Lufthansa-Sprecher Ogursky lässt eine Hintertüre offen: «Dies kann grundsätzlich in der Regel sehr kurzfristig beschlossen werden».

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