Maschine von Hewa Bora: Der Pilot flog ohne Lizenz

Katastrophale Fehler vor Absturz

Ein Untersuchungsbericht zum Absturz einer Boeing B727 im Kongo zeigt: Zum Unglück hat eine ganze Serie von Mängeln geführt.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Wäre die Situation nicht so tragisch, wäre sie fast schon komisch. Als die Boeing B727 am 8. Juli den Flughafen Kisangani ansteuerte, sagte der Kontrollturm zum Pilot: «Ich sehe Ihre Maschine nicht». Und der Kapitän antwortete: «Ich sehe die Piste nicht». Flug 952 der Hewa Bora Airways kam von Kinshasa und hatte 125 Passagiere an Bord. Doch die alte Maschine zerschellte in schlechtem Wetter. Mindestens 74 Menschen starben.

Inzwischen wird langsam klar, was an jenem schicksalshaften Tag passiert ist. Noch ist die Untersuchung der Régie des Voies Aériennes zwar nicht abgeschlossen. Doch die Flugaufsichtsbehörde der Demokratischen Republik Kongo hat einen ersten Untersuchungsbericht zum Absturz einer Boeing B727 verfasst, den die Zeitung Le Soft jetzt in Auszügen veröffentlichte. Der Inhalt ist erschreckend. Die Experten haben gleich eine ganze Reihe an Mängeln bei Flughafen und Fluggesellschaft ausgemacht.

Pensionäre als Kontrolleure

Die Probleme begannen beim Piloten. Wie Le Soft berichtet, hatte er nur eine abgelaufene Lizenz für eine B727. Vor dem Abflug warnte ihn ein Kollege vor dem schlechten Wetter in Kisangani. Dennoch flog er mit 125 Passagieren an Bord los - viel zu viel. Das Flugzeug weist eigentlich bloß 118 Sitzplätze auf. Hewa-Bora-Chef José Dubier weist die Vorwürfe indes weit von sich. Es seien nur 114 Passagiere mitgeflogen und der Pilot habe eine Lizenz besessen. Schuld sei der Flughafen.

Zumindest da stimmen seine Aussagen mit dem Bericht überein. Als die Ermittler den Flughafen von Kisangani inspizierten, bemerkten sie, dass die Flugaufseher ebenfalls keine Lizenz besaßen und das Rentenalter längst erreicht hatten. Die Geräte, mit denen sie arbeiteten, funktionierten größtenteils nicht. Um Wettervorhersagen zu machen, verließen sie sich daher auf Erfahrungswerte. Auch die Feuerlöschgeräte waren defekt. Und das Löschfahrzeug des Flughafens steckte 50 Meter neben der Piste ausgebrannt im Morast.

Mehr zum Thema

ticker-iata

Luftfahrtverbände fordern einheitliche Passagierdatensysteme in Afrika

ticker-news

Afrikanische Entwicklungsbank plant Milliardenprogramm für Luftfahrt

Visualisierung einer Boeing 747 von Can Am: Gelingt der Aufbau einer Jumbo-Jet-Flotte?

Deutscher will USA, Kanaren und Afrika mit neuer Airline verbinden - mit Boeing 747 mit reiner Business Class

Airbus A330 von Brussels Airlines: Crews mit Zentralafrika-Einsätzen dürfen nicht mehr in die USA.

Wer nach Kinshasa flog, darf nicht mehr nach New York: Neue Regeln der USA fordern Brussels Airlines heraus

Video

«Habe a nice trip»: Liebe Botschaft vor Abflug.
Manchmal braucht es für einen besonderen Abschied nicht mehr als Wasser und ein bisschen Kreativität. Das bewies nun ein Mitarbeiter von Japan Airlines.
Redaktion
airbus a380 flightlab 2 jayn
Airbus hat einen A380 aus Abu Dhabi zurück nach Europa geholt und ihm in Irland eine neue Lackierung verpasst. Bevor er für Triebwerkstests umgerüstet wird, absolvierte der Riesenflieger nun einen tiefen Überflug über den Flughafen Toulouse-Blagnac.
Timo Nowack
Timo Nowack
Designentwurf der Hydra: Der Entwurf von Studierenden der TU Berlin hat die DLR Design Challenge gewonnen.
Schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen zwei nach. Zumindest bei der Hydra aus der Sage. Beim gleichnamigen Flugzeugkonzept der TU Berlin lässt sich der Antriebsstrang einfach austauschen. Damit haben die Studierenden nun einen renommierten Wettbewerb gewonnen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies