Maschine von Hewa Bora: Der Pilot flog ohne Lizenz

Katastrophale Fehler vor Absturz

Ein Untersuchungsbericht zum Absturz einer Boeing B727 im Kongo zeigt: Zum Unglück hat eine ganze Serie von Mängeln geführt.

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Wäre die Situation nicht so tragisch, wäre sie fast schon komisch. Als die Boeing B727 am 8. Juli den Flughafen Kisangani ansteuerte, sagte der Kontrollturm zum Pilot: «Ich sehe Ihre Maschine nicht». Und der Kapitän antwortete: «Ich sehe die Piste nicht». Flug 952 der Hewa Bora Airways kam von Kinshasa und hatte 125 Passagiere an Bord. Doch die alte Maschine zerschellte in schlechtem Wetter. Mindestens 74 Menschen starben.

Inzwischen wird langsam klar, was an jenem schicksalshaften Tag passiert ist. Noch ist die Untersuchung der Régie des Voies Aériennes zwar nicht abgeschlossen. Doch die Flugaufsichtsbehörde der Demokratischen Republik Kongo hat einen ersten Untersuchungsbericht zum Absturz einer Boeing B727 verfasst, den die Zeitung Le Soft jetzt in Auszügen veröffentlichte. Der Inhalt ist erschreckend. Die Experten haben gleich eine ganze Reihe an Mängeln bei Flughafen und Fluggesellschaft ausgemacht.

Pensionäre als Kontrolleure

Die Probleme begannen beim Piloten. Wie Le Soft berichtet, hatte er nur eine abgelaufene Lizenz für eine B727. Vor dem Abflug warnte ihn ein Kollege vor dem schlechten Wetter in Kisangani. Dennoch flog er mit 125 Passagieren an Bord los - viel zu viel. Das Flugzeug weist eigentlich bloß 118 Sitzplätze auf. Hewa-Bora-Chef José Dubier weist die Vorwürfe indes weit von sich. Es seien nur 114 Passagiere mitgeflogen und der Pilot habe eine Lizenz besessen. Schuld sei der Flughafen.

Zumindest da stimmen seine Aussagen mit dem Bericht überein. Als die Ermittler den Flughafen von Kisangani inspizierten, bemerkten sie, dass die Flugaufseher ebenfalls keine Lizenz besaßen und das Rentenalter längst erreicht hatten. Die Geräte, mit denen sie arbeiteten, funktionierten größtenteils nicht. Um Wettervorhersagen zu machen, verließen sie sich daher auf Erfahrungswerte. Auch die Feuerlöschgeräte waren defekt. Und das Löschfahrzeug des Flughafens steckte 50 Meter neben der Piste ausgebrannt im Morast.

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