A321 von Jetstar: Die Airline hat bereits reagiert und Vorschriften angepasst.

Beinahe-Bruchlandung wegen SMS

Ausgerechnet ein Pilot ließ auf einem Jetstar-Flug sein Handy an. Und hätte damit beinahe eine Katastrophe ausgelöst.

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Luftfahrt

Flug JQ57 von Darwin nach Singapur war schon fast am Ziel. Der Airbus A321 von Jetstar setzte zum Endanflug auf den Changi-Flughafen in Singapur an. Nur hatten die Piloten etwas ziemlich entscheidendes vergessen: Das Fahrwerk war noch immer eingefahren. Erst rund 120 Meter über Grund bemerkte die Besatzung den folgenschweren Fehler und startete durch.

Die australische Behörde für Transportsicherheit rekonstruierte die dramatischen Szenen vom 27. Mai 2010 und veröffentlichte jetzt den Untersuchungsbericht. Schuld an der kritischen Situation war demnach Chaos im Cockpit - ausgelöst durch eingehende SMS auf dem Handy des Kapitäns. Die Probleme begangen als der – laut Bericht wahrscheinlich übermüdete - Kopilot die Maschine für die Landung vorbereitete. Der Jet befand sich im Sinkflug. Bei etwa 800 Meter über Grund ertönte dann plötzlich das Mobiltelefon des Kapitäns wegen eingehender Kurznachrichten.

Der Pilot hatte vor dem Start vergessen, sein Handy auszuschalten. Hektisch wollte er nun offenbar das Versäumnis nachholen. Dabei war er so abgelenkt, dass er auf Anfragen seines Kopiloten gar nicht reagierte. Erst 300 Meter über dem Boden bemerkte der Copilot, dass etwas nicht stimmte. Da beide Piloten in der Hektik nicht wie vorgeschrieben die Checkliste durchgingen, realisierten sie nicht, dass das Fahrwerk noch immer nicht ausgefahren war. Erst als etwa 200 Meter über Grund ein Alarm wegen des eingefahrenen Fahrwerks ertönte, fuhr der Kapitän es aus – zum Erstaunen des Copiloten. Dieser wollte nämlich das Gegenteil tun und durchstarten.

Zu nahe am Boden

Weil der Airbus schon zu nahe am Boden war, reichte die Zeit nicht, dass Fahrwerk vollständig auszufahren. Erst kurz vor der Landebahn gab auch der Kapitän vollen Schub und startete durch. Hier zeigt sich, wie verwirrt die Besatzung in der Situation war: weder Fluglage noch die Konfiguration der Landeklappen waren laut dem Bericht richtig. Im zweiten Anlauf landete die Maschine aus Darwin dann sicher in Singapur. «Die Besatzung hat die internen Anweisungen missachtet. Danach muss die Checkliste bis 150 Metern über Boden abgearbeitet sein. Falls nicht gibt es nur ein Durchstarten», kommentiert Jetstar Chefpilot Mark Rindfleish den Vorfall. Die Billigairline hat nach dieser Untersuchung bereits reagiert. So wurde das Ausschalten des Handys auf der Checkliste vor dem Start integriert. Zudem gilt neu die doppelte Mindesthöhe, bei der die Landekonfiguration abgeschlossen sein muss.

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