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Timna Airport bei Eilat

Streit um neuen Flughafen in Israel

Im Süden des Landes baut Israel einen neuen Flughafen für die Region um Eilat. Dem Nachbarland Jordanien gefällt das gar nicht. Die Luftfahrtsicherheit sei gefährdet.

IAA

Modellbild des Flughafens Timna: Platz für große Flugzeuge.

Für Israel ist es ein «einzigartiges nationales Projekt». An der Südspitze des Landes wird derzeit ein neuer internationaler Flughafen gebaut. In der Negev-Wüste entsteht der neue Ilan and Assaf Ramon oder Timna Airport. Dort sollen nach der Eröffnung Mitte 2017 nationale und internationale Flüge starten und landen, die jährlich rund zwei Millionen Passagiere aus Israel und Europa direkt in die Region bringen.

Die Lage ist bewusst gewählt: Zu den Stränden von Eilat am Roten Meer ist es vom neuen Flughafen aus nur 20 Kilometer. Und Israel generiert ein Viertel der gesamten Tourismus-Einkünfte im Badeort. Gute Verbindungen sind deshalb zentral. Die Regierung denkt dabei in großen Dimensionen. Der Timna Airport wird eine 3100 Meter lange Piste aufweisen und Großraumflugzeuge wie etwa die Boeing 747 empfangen können. Das Terminal wird 28.000 Quadratmeter groß. Auf dem Vorfeld entstehen in den kommenden zwei Jahren Standplätze für neun Turbopropmaschinen und sieben größere Jets.

Owda und Eilat sollen geschlossen werden

Bis anhin wird die Region durch zwei Flughäfen bedient. Internationale Flüge landen am Flughafen Owda. Nachts darf er aber nicht mehr angeflogen werden, weil die Piste in einem zu schlechten Zustand ist. Nationale Strecken werden direkt zum kleinen Flughafen Eilat gelenkt. Er gilt jedoch wegen Angriffen islamischer Extremisten mit Raketenwerfern aus dem Sinai als risikoreich. Zudem behindert er die weitere Entwicklung der Stadt. Timna ist für das Problem die Lösung. Sowohl Owda als auch Eilat sollen geschlossen werden, wenn der neue Flughafen betriebsbereit ist.

Doch auch wenn der Bau auch schon begonnen wurde; Israel hat noch ein Problem. Nachbarland Jordanien wehrt sich gegen den neuen Flughafen. Denn er kommt in nächster Nähe des King Hussein International Airport in Aqaba zu liegen. Man habe bei der Internationalen Luftfahrtorganisation Icao interveniert, erklärte dieser Tage ein Regierungssprecher gegenüber der nationalen Nachrichtenagentur Petra. Timna beschränke die Souveränität des jordanischen Luftraums und damit die Sicherheit. An- und Abflüge seien gefährdet.

Friedensvertrag redet von gemeinsamen Projekten

Für Israel ist es heikel, Jordanien zu verärgern. Denn mit dem arabischen Land besitzt Jerusalem normale Beziehungen – eine rare Ausnahme. Der Friedensvertrag von 1994 sieht zudem vor, dass die beiden Länder Infrastrukturprojekte zusammen entwickeln, um den Lebensstandard zu erhöhen. Die liberale Zeitung «Haaretz» meint deshalb, man riskiere einen der seltenen Freunde in der Region zu erzürnen. Das könne ein Sicherheitsrisiko darstellen.



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