Heckflosse von Fly A: Die Airline will eine Marktlücke füllen. (Montage)

«Auch Deutschland und Schweiz»

Julian Cook will die Billigairline Fly A für Flüge zwischen Europa und den USA starten. Im Interview erläutert er seine Pläne.

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Fly A heißt die neue Airline aus Genf, die Europa zu Kampfpreisen mit Zielen in den USA verbinden will. Unter hundert Franken sollen die Tickets kosten. Starten soll sie Mitte 2013 mit einer Flotte von drei Airbus A330 und rund 200 Mitarbeitenden. Aber kann das wirklich profitabel sein? Und wie will man sich von der Konkurrenz abheben? aeroTELEGRAPH sprach mit dem Gründer Julian Cook.

Sie planen Langstreckenflüge von Europa in die USA - für unter 100 Franken. Wie wollen Sie angesichts der hohen Steuern und Treibstoffpreise damit Gewinn machen?

Julian Cook:
Wir werden dieselben Prinzipien auf Langstrecken anbieten, die Billiganbieter schon auf Kurz- und Mittelstrecken anbieten. Wir können die Kosten gegenüber Premiumanbietern um 50 Prozent pro Sitzplatzkilometer senken. Damit haben wir einen strukturellen Vorteil.

[image2]Wer ist ihr wichtigster Konkurrent?

Cook: Wir wollen niemandem Marktanteile wegnehmen, sondern eine neue Nachfrage schaffen. Daher sehen wir die klassischen Fluggesellschaften momentan nicht wirklich als Wettbewerbe. Die haben einfach ein anderes Geschäftsmodell - sie setzen auf Geschäftsreisende.

Und wie wollen Sie sich von diesen unterscheiden?

Cook: Durch niedrigere Preise und andere Flughäfen.

Werden Sie auch Flüge nach Deutschland oder in die Schweiz anbieten?

Cook: Wir haben mehr als zwanzig Flughäfen in Europa ausgemacht, von denen aus man Flüge nach Nordamerika anbieten kann. Darunter sind auch einige in Deutschland und der Schweiz.

Warum wollen Sie den A330 nutzen?

Cook: Für uns bietet er die beste Kostenstruktur. Den Flieger werden wir leasen.

Was kann man als Passagier von Fly A erwarten?

Cook: Wir wollen niedrige Preise bieten. Die Passagiere sollen die Möglichkeit haben, sich an Bord zu kaufen, was sie nebenher wollen. Alles an Bord wird etwas kosten. Aber anders als andere Billigabieter wollen wir gute Produkte und guten Service bieten. Nur so kann man auch Dinge verkaufen.

Eigentlich wollten Sie erst eine Airline in Westafrika gründen - einer regelrechten Boom-Region in der Luftfahrt. Wieso haben Sie ihre Pläne geändert?

Cook: Die politische Situation ist zu volatil. Das Potenzial ist da, aber in der Ausführung sehe ich ein echtes Problem.

Wieso haben Sie überhaupt in die Luftfahrt investiert? Der Markt ist bekannt für seine geringe Profitabilität.

Cook: Die Investoren, mit denen ich rede, haben in den letzten zehn Jahren fantastische Gewinne gemacht. Wenn Sie sich etwa JetBlue, Vueling, Tiger, Air Asia, Spirit ansehen, werden Sie merken, dass die Investoren dieser Billigairlines sehr gutes Kapital daraus geschlagen haben.

Sie wollen in den nächsten zwölf Monaten 190 Millionen Franken aufnehmen. Sind sie bei der Finanzierung im Zeitplan?

Cook: Das Feedback der Investoren ist positiv. Wir bewegen uns in die richtige Richtung.

Können Sie uns potenzielle Investoren nennen?

Cook: Dazu möchte ich noch nichts sagen.

2001 wollten Sie eine Langstrecken-Airline für Premium-Kunden starten. Die Tickets sollten mehrere hundert Euro kosten. Aber der Plan wurde niemals ausgeührt. Was lief schief?

Cook: Das Timing war einfach sehr schlecht. Es war genau die Zeit um den 11. September. Aber abgesehen davon ist der Premium-Langstreckenmarkt kein einfaches. Dort verdienen die Airlines momentan ihr Geld und genau deswegen reagieren sie auch aggressiv auf neue Angebote. Außerdem ist die Zahl der profitablen Premium-Routen begrenzt. Im Lowcost-Modell gibt es mehr Möglichkeiten.

Ihr Regionalanbieter Flybaboo machte niemals Gewinn und musste am Ende verkauft werden - bevor er endgültig scheiterte. Was würden Sie ändern, wenn Sie alles noch einmal von vorne machen könnten?

Cook: Ich wäre mit einem dickeren Finanzpolster gestartet, um schneller die nötige Größe zu erreichen. Wir legten zur rechten Zeit los, aber das Zeitfenster war zu kurz. Easyjet erhöhte zu schnell die Kapazität in Genf.

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