Flieger von Jet Airways: Der Konkurrenz Marktanteile wegschnappen.

Jet Airways: Riesenorder trotz Verlust

Kingfisher und Co. geben in Indien massiv Marktanteile ab. Die Konkurrenz profitiert davon - und damit auch Airbus.

Top-Jobs

Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Allroundmitarbeiter Luftfahrzeug (a) Flugzeugmontage/-unterhalt

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs

Fast vier Milliarden Dollar sind eine ganze Menge Geld, wenn man eigentlich Verluste schreibt. Doch die indische Fluggesellschaft Jet Airways verspricht sich von dem Rieseneinkauf von Flugzeugen bei Airbus offenbar einiges. Die Marktbedingungen in der indischen Luftfahrt sind schwierig: Hohe Steuern, ein hoher Kerosinpreis, große Konkurrenz und strenge Vorschriften der Regierung sorgen dafür, dass alle Fluglinien bis auf Indigo rote Zahlen schreiben - auch Jet Airways. Das fünfte Quartal in Folge verbuchte das Unternehmen einen Verlust. Mit umgerechnet rund 420 Millionen Euro fiel der sogar mehr als doppelt so hoch aus wie noch im Vorjahr.

Doch trotzdem lässt man sich offenbar nicht verunsichern. Aus der Krise will Jet Airways es mit Wachstum schaffen und dazu die Flotte glatt verdoppeln. Momentan fliegen 101 Flugzeuge für die Airline, hauptsächlich vom amerikanischen Hersteller Boeing. Doch nun plant Jet Airways laut einem Bericht des CAPA Centre für Aviation eine Riesenorder beim europäischen Hersteller Airbus. 100 Flieger will Jet demnach in Toulouse erstehen, unter anderem auch vom treibstoffsparenden Typ A320neo. Kaufpreis: Rund 4 Milliarden Dollar. Noch in diesem Jahr will die Airline die Order laut dem Bericht platzieren. So will Jet Airways die Flotte verjüngen und effizienter machen. Außerdem plant die Fluggesellschaft, etwa 10 A330-Langstreckenflieger zu leasen. So will sie das Angebot nach Europa weiter ausbauen.

Profitieren vom Unglück anderer

Auch wenn das angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen in der indischen Luftfahrt absurd erscheint - beim näheren Hinsehen macht die Jet-Strategie Sinn. Denn die größten Verlierer in Indien sind momentan die Nationalairline Air India und die private Kingfisher Airlines. Beide haben massiv zu kämpfen, die Flüge von Kingfisher wurden zuletzt aufgrund massiver finanzieller Probleme auf ein Viertel reduziert. Auch bei Air India gibt es unter anderem wegen Personalmangel immer mehr Ausfälle. Der Marktanteil von Kingfisher sank im April dramatisch auf gerade noch 7,3 Prozent. Air India erreicht bloß noch 17,6 Prozent. Jet Airways ist mit 28,2 Prozent die Nummer eins.

Davon profitiert Jet Airways massiv. «Kingfishers dramatische Flottenreduktion von 66 auf 16, von denen die Hälfte ATR-Regionaljets sind, hat den Inlandsmarkt für Jet frei gemacht», heißt es im CAPA-Report. Die Bestellung der 100 Mittelstreckenflieger würde darauf hindeuten, dass die Fluglinie plant, auch langfristig an diesem Vorteil festzuhalten.

Mehr zum Thema

ticker airbus defence

Airbus übernimmt Cybersicherheitsfirma in Großbritannien

airbus a320 neo lufthansa

Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr: «Was Pratt & Whitney macht, ist richtig»

ticker-airbus-neo-1

Airbus liefert im Februar 35 Flugzeuge aus - 28 Orders von drei Kunden

ticker-airbus-konzern-

Airbus und Fraunhofer-Institut suchen das bessere Ruder

Video

crj900 laguardia ntsb
Das Cockpit wurde völlig zerstört, die Piloten der Bombardier CRJ900 von Air Canada überlebten den Zusammenstoß mit einem Feuerwehrtruck nicht. Die Funkaufzeichnungen dokumentieren die dramatischen Momente vor dem Unglück.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
la guardia crj 900 air canada express
Am Flughafen LaGuardia in New York ist eine Bombardier CRJ900 von Air Canada nach der Landung mit einem Feuerwehrfahrzeug zusammengestoßen. Die beiden Piloten kamen ums Leben.
Timo Nowack
Timo Nowack
König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin