Konzeptgrafik eines Elektrohybridantriebs: Radikale Änderung des Flugzeuges.

Neues Forschungsprojekt ImothepEuropäische Forscher suchen Durchbruch bei Elektroantrieb

Größere Passagierflugzeuge mit Elektro-Antrieb existieren bislang nur theoretisch. Ein großes, neues europäisches Projekt mit deutscher Beteiligung will das ändern.

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Dass da kein gewöhnliches Wasserflugzeug abhob, war besser zu hören, als zu sehen. Vergangenen Dezember gelang bei Vancouver der erste rein elektrische Flug eines Verkehrsflugzeuges. Doch die De Havilland DHC-2 Beaver ist ein leichtes Flugzeug. Weil der neue Antrieb deshalb klein genug für ein übliches Triebwerksgehäuse ist, fällt der Unterschied zur vorherigen Turboprop-Variante von außen kaum auf.

Verbrennungsmotor gegen E-Motor austauschen, geht bei größeren Verkehrsflugzeugen nicht mehr. Bei ihnen muss sich die gesamte Architektur ändern - und das radikal. Wie so ein Elektropassagierflieger aussehen könnte, darüber brüten weltweit viele Entwicklerteams. Viele setzen dabei auf hybride Elektromotoren. Nahe an der Praxistauglichkeit ist aber noch keines der Konzepte.

Breitgefächerte Liste von Teilnehmern

Um einer Verwirklichung auf die Sprünge zu helfen, startet Europa nun das riesige Forschungsprojekt Imothep. Der Name steht für Investigation and Maturation of Technologies for Hybrid Electric Propulsion, übersetzt Untersuchung und Ausreifung von Technologien für hybride elektrische Antriebe. Unter der Regie des französischen Luft- und Raumfahrtforschungszentrums Onera forschen insgesamt 33 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten aus Europa sowie aus Kanada.

Unter den Teilnehmern befinden sich auch die Flugzeughersteller Airbus und Leonardo sowie die Triebwerkshersteller MTU oder Safran. Auch die in München ansässige Ideenschmiede Bauhaus Luftfahrt ist genau wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR oder die Technische Universität Braunschweig beteiligt. Das bis 2023 angesetzte Projekt kann auf ein Budget von mehr als 18 Millionen Euro zugreifen. Etwa 10 Millionen fließen dabei über das EU-Förderprogramm Horizon 2020 zu.

«Technologischer Fahrplan»

Erklärtes Ziel von Imothep ist es, Konzepte von elektrohybride Flugzeuge auf ihre Machbarkeit hin zu untersuchen. In einer Mitteilung spricht das Konsortium von der Erstellung eines «technologischen Fahrplans», der sich der «Herausforderung des Klimawandels» annimmt. Da unter den vielen Partnern einige selber Konzepte für E-Flieger verfolgen, kann Imothep auf einen großen Pool von Projekten und Erfahrungen zurückgreifen.

Selber soll das Projekt keine eigenen Lösungen für einen elektrischen Passagierflieger liefern. Mit ihren Beurteilungen wollen die Forscher Ideen und Ansätzen für Elektrohybrid-Technologien den Weg zur Versuchsreife und somit auch zur Marktreife ebnen.

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