Letzte Aktualisierung: 18:55 Uhr

Übernahme

Icelandair schluckt Konkurrentin Wow Air

Konsolidierung auf Isländisch: Icelandair übernimmt Wow Air. Beiden Fluggesellschaften ging es zuletzt nicht gut.

Wow Air

Airbus A321 von Wow Air: Die kleine Airline bekommt einen neuen Besitzer.

Die Luftfahrtwelt wird gerade kräftig umgepflügt – getrieben von steigenden Treibstoffpreisen und globalen Überkapazitäten. Das zeigt sich nun auch auf Island. Icelandair kauft dort Wow Air, wie die beiden Unternehmen am Montag (5. November) bekannt gaben.

Die Nationalairline hat alle Aktien der Konkurrentin für etwa 18 Millionen Dollar übernommen. Die beiden Marken bleiben nach der Übernahme eigenständig. Die Fluggesellschaften werden zudem mit eigenen Luftverkehrsbetreiberzeugnissen (Englisch: Air Operator Certificate oder AOC) unterwegs sein, heißt es weiter.

Auch Wow Air hat zu kämpfen

Beide Fluggesellschaften hatten es in letzter Zeit nicht leicht. Icelandair musste in diesem Jahr eine Gewinnwarnung herausgeben und die eigene Prognose um mehr als ein Viertel nach unten korrigieren. In der Folge trat Geschäftsführer Björgólfur Jóhannsson zurück, Finanzchef Bogi Nils Bogason wurde zum Interimschef.

Es gebe das Potenzial für große Synergien bei beiden Fluggesellschaften, lässt sich Bogason nun in einer Mitteilung zitieren. Wow-Air-Chef und -Gründer Skúli Mogensen hofft, mit einer starken Mutter im Rücken das Wachstum schneller vorantreiben zu können. Denn: Auch bei Wow lief es nicht wirklich rund in letzter Zeit.

Zusammenarbeit statt Konkurrenzkampf

Die Fluggesellschaft ist defizitär. Offiziell plante man bei Wow Air, 2019 Gewinn zu schreiben. Angesichts des schwierigen Marktumfelds ist fraglich, ob das gelungen wäre. Erst kürzlich musste Wow Air bekanntgeben, dass man mehrere US-Ziele wieder streicht.

Die Wachstumsstrategie ging offenbar nicht wie geplant auf. Teils lag das sicher auch daran, dass Icelandair und Wow Air sich gegenseitig das Leben schwer machten. Eine Zusammenarbeit dürfte die Überkapazitäten nun bereinigen.



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