Boeing 757 von Icelandair: Ungleichgewicht zwischen Europa und USA.

Chef tritt zurückIcelandair hat sich gehörig verkalkuliert

Fehler beim Streckennetz, im Marketing und im Verkauf: Icelandair macht dieses Jahr massiv weniger Umsatz als erwartet. Das kostete jetzt den Chef seinen Job.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Profitabel ist Icelandair. Doch der Überschuss ist in den letzten zwei Jahren geschmolzen wie das Eis des Vatnajökull-Gletschers an der Frühlingssonne. 2015 hatte die Fluggesellschaft noch einen Gewinn vor Steuern und Abschreibungen von 226 Millionen US-Dollar ausweisen können. Ein Jahr später resultierte nur noch ein Plus von 220 Millionen, im vergangenen Jahr eines von 170 Millionen.

2018 sollte die Wende bringen. Das Management unter Björgólfur Jóhannsson prophezeite im Februar einen Überschuss von 170 bis 190 Millionen Dollar. Ende Juli korrigierte es die Prognose dann jedoch um mehr als einen Viertel nach unten - auf nur noch 120 bis 140 Millionen Dollar. 27 Tage später ist auch diese Voraussage Makulatur. Icelandair erwartet für 2018 nur noch einen Gewinn vor Steuern und Abschreibungen in der Größenordnung von 80 bis 100 Millionen, wie die isländische Fluggesellschaft am Montag (27. August) bekannt gab.

Bis zu 80 Millionen weniger Einnahmen

Die Korrektur des Jahresziels auf inzwischen die Hälfte des ursprünglichen Werts kostete Jóhannsson den Job. Er trat umgehend zurück. Für das Verfehlen der Prognosen machte er zwei Trends verantwortlich. Zum einen habe man erwartet, dass die Ticketpreise wieder steigen würden. Das sei aber bisher nicht eingetreten. Deshalb fielen die Einnahmen von Icelandair tiefer aus als erwartet. Mit der Billigairlines Wow Air hat Icelandair einen harten Konkurrenten neben sich sitzen, der auch auf den wichtigen USA-Strecken aktiv ist.

Hinzu kommt, dass sich die Fluglinie offenbar auch gehörig verkalkuliert hat. Sie hat sich vor einem Jahr im Verkauf und Marketing neu ausgerichtet. «Diese Veränderungen wurden nicht gut genug umgesetzt», so Icelandair in einer Mitteilung. Auch habe man Anpassungen im Streckennetz vorgenommen, die zu einem Ungleichgewicht zwischen Flügen nach Europa und in die USA geführt hätten. Insgesamt sind die Einnahmen 5 bis 8 Prozent oder 50 bis 80 Millionen Dollar tiefer ausgefallen als erwartet.

Neuer Chef gesucht

Dafür übernahm jetzt Jóhannsson die Verantwortung. Finanzchef Bogi Nils Bogason wird Interimschef. Der Aufsichtsrat sucht einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Er will sich dafür Zeit lassen.

Zur Icelandair-Gruppe gehört neben der internationalen Fluggesellschaft (36 Flugzeuge) auch die national ausgerichtete Air Iceland Connect (6 Turboprops) und die Charter- und Wet-Lease-Tochter Loftleidir-Icelandic (eine Boeing 757) sowie Reiseunternehmen und Hotels.

Mehr zum Thema

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

airbus a340 600 lufthansa abschied duesseldorf
Der erste von vier Airbus A340-600 von Lufthansa hat Düsseldorf wieder verlassen. Der lange Vierstrahler winkte zum Abschied.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A350 von Finnair in Melbourne: Der Weihnachtsmann fliegt selbstverständlich mit der finnischen Nationalairline nach Australien.
15.200 Kilometer, ein Zwischenstopp in Bangkok und ein neuer Kontinent im Streckennetz: Finnair hat ihre erste Australien-Verbindung eröffnet. Weshalb die Wahl auf Melbourne fiel, warum auch Fracht eine wichtige Rolle spielt und weshalb selbst der Iran-Krieg die Airline nicht von ihren Plänen abbrachte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg