Flugzeug am Himmel: Je näher der Erde, desto geringer die Strahlung.

HöhenstrahlungDie Strahlengefahr beim Fliegen

Flugbegleiter, Piloten und Vielflieger betroffen: Wer oft und weit fliegt, geht womöglich ein Gesundheitsrisiko ein. Grund ist die sogenannte Höhenstrahlung.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Was sind die Gefahren beim Fliegen? Die meisten Passagiere dürften bei dieser Frage wohl an einen Absturz, einen Unfall oder Verletzungen durch Turbulenzen denken. Doch Menschen, die viel mit dem Flugzeug unterwegs sind, sind noch einem anderen und viel alltäglicheren Risiko ausgesetzt: der sogenannten Höhenstrahlung. «Piloten, flugbegleitendes Personal oder berufliche Vielflieger können, vor allem wenn sie häufig Langstrecken auf den nördlichen Polrouten fliegen, Strahlendosen erhalten, die durchaus vergleichbar sind mit Dosen in Berufsgruppen, die ionisierende Strahlung einsetzen oder mit radioaktiven Quellen umgehen», warnt das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz.

Doch was ist Höhenstrahlung überhaupt? Die vereinfachte Antwort lautet: Ständig kollidieren hochenergetische atomare Teilchen aus dem Kosmos mit Bestandteilen der Erdatmosphäre und erzeugen dabei neue Teilchen. All diese Partikel bilden zusammen die Höhenstrahlung, die Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben kann. So warnt die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa, die kosmische Strahlung produziere «freie Radikale, die Zellfunktionen verändern können». Es besteht der Verdacht, dass sich so etwa das Krebsrisiko erhöhen könnte. Mit zunehmender Nähe zur Erde wird die Strahlung schwächer.

Höhere Dosis als in der Kerntechnik

Wie hoch die Strahlendosis in einem Flugzeug ist, hängt unter anderem ab von der Dauer, Höhe und Strecke des Fluges sowie von der Sonnenaktivität. Eine Möglichkeit, sich vor der Strahlung abzuschirmen, gibt es bisher nicht. So gilt Luftfahrtpersonal für das Bundesamt für Strahlenschutz als überwachungspflichtig, «wenn es in einem Beschäftigungsverhältnis gemäß deutschem Arbeitsrecht steht und während der Flüge durch Höhenstrahlung eine effektive Dosis von mehr als 1 Millisievert im Kalenderjahr erhalten kann».

Laut Strahlenschutzregister lag die durchschnittliche effektive Jahresdosis beim fliegenden Personal im Jahr 2016 bei 1,96 Millisievert pro Jahr. Das ist deutlich mehr als bei anderen Berufsgruppen mit sogenannten «strahlenexponierten Arbeitsgebieten», wie zum Beispiel Medizin (0,33) oder Kerntechnik (0,86). Nur sogenannte Radon-Arbeitsplätze, etwa in Bergwerken, haben mit 3,56 Millisievert eine höhere durchschnittliche Dosis.

Airlines müssen Daten übermitteln

So müssen Fluggesellschaften die Strahlenbelastung pro Flug anhand von Flugdaten errechnen und dem Luftfahrt-Bundesamt mitteilen. Dieses übermittelt die Monatsdaten an das Strahlenschutzregister des Bundesamtes für Strahlenschutz. Gegebenenfalls sind die Flugzeugbetreiber dann auch verpflichtet, die Strahlendosis von Mitarbeitern durch eine entsprechende Personal- und Einsatzplanung zu reduzieren.

Allerdings ist die Strahlenbelastung nicht immer perfekt vorhersagbar. So entdeckten Forscher des Nasa-Forschungsprogramms Armas, dass es besonders über Nordatlantik und Nordpazifik sogenannte Strahlungswolken gibt, in denen die Belastung durch Änderungen im Weltraumwetter für eine gewisse Zeit lokal deutlich höher ist. Um im Detail zu verstehen, wann, wo und wie lange diese Wolken auftreten, fehlt es allerdings noch an Messungen.

Vorsicht in der Schwangerschaft

«Ich bin selbst ein Vielflieger und mache mir schon Gedanken darüber», sagte Armas-Forschungschef Kent Tobiska. «Es handelt sich ja um eine Komponente, die man zur üblichen Höhenstrahlung hinzurechnen muss. Das können ein paar Prozent, aber auch bis zu 20 Prozent sein, je nachdem wie viel und auf welchen Routen man fliegt.»

Besondere Vorsicht ist bei schwangeren Frauen geboten. Fliegen diese häufig Langstrecken, «ist aus Gründen des Strahlenschutzes zu empfehlen, die Flüge einschränken», rät das Bundesamt für Strahlenschutz. «Bei den deutschen Fluggesellschaften ist es aus Vorsorgegründen Praxis, schwangere Pilotinnen und Flugbegleiterinnen ausschließ­lich als Bodenpersonal einzusetzen.» Entwarnung gilt dagegen für Gelegenheitsflieger. Für diese sei die zusätzliche Strahlenbelastung durch das Fliegen sehr gering und gesundheitlich unbedenklich, so das Bundesamt. «Das gilt auch für Schwangere und Kleinkinder.»

Mehr zum Thema

Die EU plant neue Regeln für Verkehrssuchmaschinen: Damit sollen mehr Reisende auf die Schiene gelockt werden.
<h1 class="article-header__title"></h1>

EU will, dass Flugsuchmaschinen auch Züge anzeigen

Ein Rollstuhlfahrender an einem Flughafen: Simulierende Reisende stellen Fluggsellschaften und Flughäfen vor Probleme.

Wenn 55 Gäste im Rollstuhl ein- und 30 von ihnen zu Fuß aussteigen

Koffer: Eine kleine, aber schnelle Reise am Flughafen.

So kommt der Koffer in den Flieger

Flugzeughotel mal anders

Flugzeughotel mal anders

Video

regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack
Blick auf die Unglücksstelle: Die Boeing 767 F rutschte weit über die Piste hinaus.
Der Stimmenrekorder der in Miami verunglückten Boeing 767 F liefert erstmals Einblicke in die entscheidenden Minuten im Cockpit. Einer der Piloten des Fluges von Amazon Air warnte wiederholt vor dem hohen Tempo, automatische Systeme schlugen mehrfach Alarm.
Laura Frommberg
Laura Frommberg