Eine DC-9 in Marlboro-Lackierung: So hätte die Raucher-Airline aussehen können.

Kostenlose Kippen und große AschenbecherSmokers Express - die Airline von Rauchern für Raucher

In den 1990er-Jahren planten zwei passionierte Raucher eine Fluggesellschaft nur für Raucher und Glücksspieler. Smokers Express lockte mit Burgern und kostenlosen Kippen. Und umging Gesetze mit einem Trick.

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Am 1. Januar 2008 mussten Rauchende in Deutschland stark sein. Mit dem Jahreswechsel wurde ein strenges Rauchverbot in Gaststätten eingeführt. Auch das Rauchen in Kneipen wurde untersagt. In einigen Bundesländern gab es Sonderregelungen, aber im Großen und Ganzen sollte es mit dem Griff zur Zigarette vorbei sein.

Doch die Raucher-Community zeigte sich erfinderisch und eine Möglichkeit, die Kippe in der Kneipe zu retten, war die Gründung von Raucherclubs. Dabei wurden die Kneipen in private Clubs umfirmiert und waren damit vom Rauchverbot ausgenommen. In manchen Fällen musste man Mitglied werden. In den meisten Fällen wurde einfach ein Hinweis auf ein Vereinslokal ins Fenster gehängt.

Kostenlose Zigaretten und große Aschenbecher

Dieses Konzept wollten sich in den 1990er-Jahren auch die beiden passionierten Raucher William Walts und der ehemalige Walt-Disney-Manager George «Mickey» Richardson zu nutzen machen, um das zuvor von US-Präsident George Bush beschlossene Rauchverbot auf fast alle Inlandsflüge zu umgehen. Also gründeten die beiden 1993 Smokers Express.

Das Versprechen an ihre Kunden: Kostenlose Zigaretten und große Aschenbecher, inkludierte Mahlzeiten von Steaks über Burger bis zu Pizza, kostenlose Kopfhörer fürs Bordentertainment und Lottoscheine. Ein weiterer Nebeneffekt, weil wegen des Rauchens alle Passagiere über 21 Jahre als sein mussten, versprachen Walts und Richardson «Keine schreienden Babys» an Bord.

Schwer entflammbare Teppiche

Um das alles zu ermöglichen, gründeten die Zwei Smokers Express nicht als Airline, sondern als Mitarbeiterunternehmen. Die Finanzierung basierte dabei auf drei Säulen: Die geplanten Mitgliedsbeiträge von 25 US-Dollar pro Jahr und den Erlösen aus den Ticketverkäufe. Zudem klopften die beiden bei großen Tabakkonzernen an und versprechen für jedes Sponsoring die Marke groß auf ihre Flugzeuge zu lackieren.

Für den Start ihrer Fluggesellschaft kauften Walt und Richardson drei McDonnell Douglas DC-9 und planten, 27 weitere Flugzeuge zu leasen. Um das Rauchen an Bord sicherer zu gestalten und das Risiko von Bränden zu minimieren, sollten die Flugzeuge mit modernsten Luftfiltersystemen und schwer entflammbaren Teppichen ausgestattet werden.

Eine Airline für Glücksspieler

Das Streckennetz sollte elf Ziele in den USA umspannen. Das Besondere daran: Die Zielgruppe waren Glücksspieler. Daher sollte das Netzwerk die großen US-Metropolen wie New York, Los Angeles und San Francisco mit den bekanntesten Glücksspiel-Hochburgen des Landes – von Las Vegas bis Atlantic City – verbinden.

Sie verkauften immerhin 6000 Mitgliedschaften. Der Erstflug war für den 25. September 1993 geplant und sollte von Florida nach Washington D.C. führen. Diese Route war bewusst gewählt, um gegen die vom neuen US-Präsidenten Bill Clinton geplante Erhöhung der Tabaksteuer in der Hauptstadt zu protestieren.

Erstflug wurde erst verschoben und dann für immer angesagt

Wegen mangelnder Ticketverkäufe wurde der Flug zunächst auf den Januar des Folgejahres verschoben und schließlich ganz abgesagt. Die Ambitionen, die Gründung der Airline weiter voranzutreiben, scheiterten jedoch an fehlenden finanziellen Mitteln. Und so scheiterte auch der Traum von einer Airline von Rauchern für Raucher.

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